Ev. Kindergarten Evingsen 1933 - 2003


Der  1. Juli 1933 war für 22 Evingsen Kinder ein großer Tag - Sie waren dabei, als der Kindergarten seine nun schon 70 Jahre dauernde segensreiche Arbeit  in unserem Dorf begann!
Überlegungen zur Gründung eines Kindergartens hatte es schon länger gegeben. 1929 bereits wurden Pläne zum Bau eines Kindergartens erstellt, der aber wohl nicht zu finanzieren war. Die Suche nach anderen Lösungen führte zu einem Antrag auf Überlassung eines Schulraumes in der ev. Schule.   Bereits  zwei Jahre vor Gründung  und zwar  im April 1931  war dies vom Landrat des Kreises Iserlohn nach Anhörung des Eigenschulverbundes Evingsen, des Schulrates in Iserlohn sowie der Regierung in Arnsberg genehmigt worden.
Vermutlich waren es in diesen Jahren der größten Arbeitslosigkeit  finanzielle Schwierigkeiten, die trotz eines vorhandenen Raumes eine schnelle Realisierung

verhinderten, vielleicht auch die zunächst noch fehlende Fachkraft. Die war im Mai 1933 mit der aus Evingsen stammenden Kindergärtnerin, Fräulein Helene Gerdes, gefunden. Mit viel Gottvertrauen wagte die Kirchengemeinde die Aufnahme der Arbeit. Der Kindergarten sollte und musste sich finanziell selber tragen, die Höhe der Elternbeiträge war relativ gering und die bei allen möglichen Gremien vorgetragenen Bitten auf Zuschüsse waren  nicht gerade erfolgreich.

Welcher Anstrengungen es bedurfte, ohne große finanzielle Mittel eine solche Arbeit anzugehen, lesen wir in den Aufzeichnungen  unserer „Tante Leni“. Ich denke, nur ihrem Engagement und ihrem Idealismus ist es zu verdanken, dass die Sache erfolgreich anlaufen und in der Zeit von Juli 1933 bis Frühjahr 1935 im Durchschnitt 31 Kinder täglich die Einrichtung besuchen  konnten.
Ihr Engagement ist umso höher zu bewerten, als die politische Entwicklung im Lande die Lage für kirchliche Einrichtungen von Jahr zu Jahr mehr erschwerte. So führte die Kündigung des in der Schule genutzten Raumes zum 30.6.1935  letztendlich trotz verzweifelter Anstrengungen  der Kirchengemeinde zur vorübergehenden Einstellung der Kindergartenarbeit.
Auf die Schnelle wurden zwar noch Pläne zum Anbau an die Kirche zur Genehmigung eingereicht, ein Finanzierungsplan mit Darlehnszusagen von Privatpersonen erstellt. Alles umsonst  - es gab nur Absagen mit den fadenscheinigsten Begründungen und es war offensichtlich:  Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft waren nicht mehr erwünscht!  Pfarrer und Presbyterium mussten resignieren und zunächst eine Schließung hinnehmen.. Wie schwer mag ihnen im Okt. 1935 die Anfrage an die Ortspartei gefallen sein, ob eine Möglichkeit bestände, die Kindergartenarbeit  auf  breiterer finanzieller Basis durch andere Träger weiterführen zu lassen. Vorübergehend wurde die Kindergartenarbeit dann auch von der „Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt“ übernommen und zwar mangels geeigneter Räume im großen Saal des Blaukreuzhauses.
Nach Kriegsende im Frühjahr 1945 lag die Kindergarten-Arbeit brach. Dabei war die Notwendigkeit einer solchen Einrichtung größer als je zuvor - beengte Wohnverhältnisse, Gefahr beim Spielen im Freien durch Munition uvm.
Pastor Funk bemühte sich um schnellstmögliche Wiederaufnahme der Arbeit und bereits am 20.6.1945 konnte Tante Leni mit zwei Helferinnen in einem Schulraum den Betrieb wieder aufnehmen mit einer heute unvorstellbar großen Kinderschar: In der Regel wurden 90 Kinder in einem Raum betreut.  Ab Pfingsten 1946 wurde der Schulraum wieder von der Schule beansprucht, erneut fand man eine Bleibe im Blaukreuzhaus, nutzte nebenbei den Platz neben der Kirche als Spielplatz und durfte den sonst als Konfirmandenraum dienenden Kirchenkeller mitbenutzen.
1951 musste „Tante Leni“ krankheitsbedingt die Leitung des ev. Kindergartens abgeben, blieb diesem bis zu ihrem Tode im Jahre 1993 aber herzlich verbunden.
Ihrer Nachfolgerin, Fräulein Annemarie Lapp,  war es nach zwei weiteren Jahren „Provisorium“ vergönnt, mit den Kindern  im Untergeschoss des Gemeindehauses eine endgültige Bleibe zu finden.
Zwar befand sich der übrige Teil des Gemeindehauses noch „im Bau“ und wurde erst 1955 eingeweiht, der Ausbau des Kindergartens aber wurde wegen der offensichtlichen Platznot vorgezogen. Sicherlich  gab es zunächst noch manche Beeinträchtigungen der Arbeit durch die weiteren   Bauarbeiten, aber man war endlich in eigenen hellen  Räumen.  Die Kinder verteilten sich auf drei Gruppenräume, Küche, sanitäre Anlagen waren vorhanden. „Aus dem Keller der Evingser Kirche in lichte Räume des Gemeindehauses“ titulierte dazu später eine Zeitung.
Ein weiterer Freudentag für den Kindergarten war der 12./13. Juli  ¨1958, an dem das 25jährige Bestehen der Einrichtung mit vielen Gästen gefeiert werden konnte, darunter auch der 1955 aus Evingsen weggegangene Pfarrer Funk mit Gattin und natürliche auch  „Tante Leni“.
Als Spielplatz für die Kinder des Kindergartens wurde zunächst die relativ schmale Fläche unterhalb Gemeindehauses genutzt, die sich auf Dauer jedoch als zu klein erwies. Ein geeignetes anderes Gelände in räumlicher Nähe zum Kindergarten zu finden, war nicht einfach.
Pfarrer Borchert gelang es, mitten im Dorf zwei Grundstücke von insgesamt ca. 1300 m² zu erwerben. Der
darauf errichtete moderne Spielplatz wurde am 15. Sept. 1962 eingeweiht und anschließend ein großes Sommerfest mit Kinder-Olympiade gefeiert
Nach Inkrafttreten des neuen Kindergartengesetzes im Jahre 1972 ergaben sich viele Veränderungen, so u. A. die Beteiligung der Eltern in Elternversammlungen, Elternrat und Kindergartenrat, Festlegung der Elternbeiträge.
Neue bauliche Vorschriften machten Umbauten  und einen Erweiterungsbau erforderlich. Eine Maßnahme, die,  1975 begonnen, sich nicht nur bis 1977 hinzog und die Arbeit mit den Kindern beeinträchtigte, sondern die auch noch den vorgesehenen Kostenrahmen regelrecht sprengte.
Aber sie brachte auch wesentliche Verbesserungen der Arbeitsmöglichkeiten durch renovierte Gruppenräume, einen Gymnastikraum im Erdgeschoss, einen neu gestalteten Waschraum mit Toiletten, einen Treppenhausanbau als Zugang zum Untergeschoss.
Das  50jährige Kindergartenjubiläum im Juli 1983 feierten die 65 Kinder der Einrichtung und ihre sechs Betreuerinnen mit vielen Gästen, ehemaligen Kindergartenkindern und natürlich mit Tante Leni. In Anerkennung  ihrer Verdienste um den Kindergarten wählte sie bei dieser Gelegenheit der zwei Jahre zuvor gegründete Förderkreis Kindergarten zur Ehrenvorsitzenden.
Viele, viele Feste hatte der Kindergartenspielplatz seit seiner Einweihung 1962 erlebt, manche Reparatur, manche Neuanschaffung von Spielgerät war notwendig geworden.
Der Besuch des Gewerbeaufsichtsamtes im Jahre 1991, bei dem  eine Grundsanierung angeregt wurde, bescherte  dem Kindergarten dann allerdings für fast zwei Sommer eine Großbaustelle, vor allem durch Schwierigkeiten mit  dem mit den Arbeiten beauftragten Bauunternehmen.
Aber rechtzeitig zum Gemeindefest  im Juni 1993 wurde er fertig.  So konnte an diesem Tag nicht nur  der Spielplatz  wieder in Betrieb genommen, sondern gleichzeitig  auch das 60jährige Bestehen des Kindergartens gefeiert werden.  
Die von den Kindergartenkindern gemalten und im Dorf verteilten Einladungsplakate waren ein voller Erfolg: Über 500 Personen feierten das Gemeindefest und das Kindergarten-Jubiläum mit.
Nun sind schon wieder zehn Jahre vergangen, zum Glück ohne weitere große Baumaßnahmen, aber mit  kontinuierlicher Arbeit an weiteren Generationen von  Vorschulkindern. Selbstverständlich gibt es Highlights im Jahresablauf - und darüber wird dann in der Regel auch in

Namensverzeichnis der Kindergartenkinder
Juli 1933 - April 1935___________________

Agena, Elisabeth
Agena, Eva-Maria
Agena, Helmut
Althoff, Brunhilde
Anspichler, Lilly
Borgmeier, Karlheinz
Bratzke, Helmut
Braucke, vom, Anita
Brühl, Erwin
Decker, Brunhilde
Dürnhöfer, Hubert
Dürnhöfer, Therese
Engler, Erna
Freitag, Marianne
Frings, Gerda
Gerdes, Karlheinz
Gluth, Mechthild
Grete, Ulrich
Hallensleben, Edelgard
Heinrich, Günter
Henkel, Albert
Hirtler, Manfred
Höngen, Ruth
Hörchner, Werner
Kaemper, Manfred
Kappen, Gertrud
Kayser, Bruno
Kayser, Edith
Kayser, Erich
Kayser, Trude
Kayser, Wilhelm
Melchers, Annegret
Melchers, Heinz-Hugo
Melchers, Karl
Mohn, Hans
Ossenberg, Alfred
Ossenberg, Friedrich
Ossenberg, Dieter
Ossenberg, Siegrid
Pfalzgraf, Dieter
Radix, Lore
Radix, Heinz
Raquet, Christa
Raquet, Wolfgang
Rahmer, Edith
Rehbein, Heinz
Rinke, Gertrud
Rutenbeck, Liselore
Schagowski, Karlheinz

Scherff, Else
Scherff, Marga
Schmiedel, Magdalene
Schriever, Edith
Semme, Agnes
Starkula, Reinhold
Teipel, Franz-Josef
Teipel, Paul
Thee, Waltraud
Vaupel, Anneliese
Vaupel, Willi
Vaupel, Hermann
Vogelsang, Erika,
Vogelsang, Elfriede
Vogelsang,  Erich
Weber, Karl
Werle, Waltraud
Werner, Engelbert
Wink, Herbert
Winkel, Reinhard
Winter, Ursula
Withöft, Karl-Heinz
Wolff, Erika


in den Medien berichtet -  so dass man darüber auch nach Jahren noch nachlesen kann. Viel wichtiger aber ist meines Erachtens die tägliche „normale“ Arbeit an und mit Kindern. Und vor allem dafür sei allen Erzieherinnen, Helferinnen und Praktikantinnen, die in den vergangenen siebzig Jahren in „unserem“  Kindergarten ihren Dienst getan haben, besonders dem derzeitigen engagierten Team, herzlich gedankt.

H.M.



Nachtrag zu „Ev. Kindergarten Evingsen 1933-2003“:
Einweihung des neuen Kindergartens erfolgte am 4. Advent 1953 durch Superintendent Ritz.  In dem der Feier vorausgehenden Festgottesdienst predigte Pfr. Stolzenwald, Westig. Eine Nachfeier vereinigte das Presbyterium mit Vertretern der Behörden und Freunden der Kindergartenarbeit.
(Aus Gemeindebericht 1954, Pfr. Funk )

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