Geschichtsdaten ab 1770

1770
Erste Eingabe der Eingesessen und Drahtfabrikanten an die Regierung zu Kleve wegen Anordnung eines Predigers. Das Dorf hat zu dieser Zeit etwa 400 Einwohner

1772
Endgültige Ablehnung des Gesuchs durch die Regierung, hauptsächlich deshalb, weil die Entschädigung der (luth.) Muttergemeinde in Iserlohn nicht geklärt werden konnte.

1777
Die Nachbargemeinde Dahle erlangt die Selbstständigkeit.

Nachtrag: 1780
Im Zuge der Verhandlungen über die Abtrennung aus dem Verband der luth. Gemeinde zu Iserlohn erstellt der Stadtmaurermeister zu Iserlohn, Rotger Wunderlich einen Aufriss einer zu Evingsen zu erbauenden luth. Pfarrkirche

1781
Eingabe direkt an den König von Preußen wegen Gründung einer eigenen Gemeinde. Eine neue Überprüfung wird angeordnet.

1784
Die Errichtung einer eigenen Gemeinde wird von der Regierung wiederum abgelehnt; nur die Genehmigung zur Anlage eines Friedhofs in der Dorfmitte wird erteilt. Außerdem soll vierteljährlich in der Schule des Dorfes Abendmahl ausgeteilt werden.

1784
Der Grundstein für ein zweistöckiges Bethaus wird gelegt, unbeschadet aller bürokratischen Hindernisse, die der Errichtung einer eigenen Gemeinde noch im Wege stehen. Wegen „Stockung der Fabriken“ fehlt das Geld zum Weiterbau, so dass man vom Kaufmann Diepmann in Neuenrade 720 Thlr. leihen muss, um wenigsten das Mauerwerk vollenden und ein Dach aufsetzen zu können. Noch in unfertigem Zustand wird in dem oberen Saal vom Iserlohner luth. Pfarrer Strauß vierteljährlich Abendmahl ausgeteilt; auch die dann und wann erforderlichen Leichenpredigten werden nicht mehr im Freien, sondern in diesem Saal gehalten.

1788
wird die Bitte um Genehmigung zur Errichtung einer eigenen Gemeinde erneuert; Evingsen hat jetzt 504 Einwohner.

1789
wendet sich der Vorstand der reformierten Synode an die Regierung mit der Bitte, den in Evingsen wohnenden reformierten Gemeindegliedern (ca. ¼ der Bevölkerung) in dem Schul- und Bethaus zu Evingsen das Simultaneum einzuräumen, da der reformierte Prediger zu Iserlohn mehrfach nicht nur darin gepredigt, sondern auch das heilige Abendmahl ausgeteilt habe.

1791
erging an die Regierung zu Cleve ein für die Gemeinde Evingsen günstiges Ministerial-Reskript. Die Trennung von der Kirschspielskirche in Iserlohn wird in Aussicht gestellt, sofern Einigkeit über die zu zahlende Entschädigungsquote erreicht wird. Das Landgericht Altena schlägt eine Abfindungssumme von 500 Thlr. vor, das Iserlohner Presbyterium geht von einer weitaus höheren Summe aus, während die Evingser nur max. 300 Thlr. zu zahlen bereit sind. Eine Einigung kommt nicht zustande.

1800
Der vorhandene Friedhof wird vergrößert und ganz mit einer Mauer eingefasst.

Um 1800
wurde von der lutherischen und der reformierten Synode gemeinschaftlich eine Haus- und Kirchenkollekte für Evingsen durch die Grafschaft Mark, die Stadt Soest und dessen Börde zum Ausbau des gemeinschaftlichen Schul- und Bethauses erwirkt. Der Kandidat Stute aus Soest, dem man die Wahl zum Pfarrer nach erfolgter Gemeindegründung fest in Aussicht gestellt hatte, übernahm den größten Teil der Erhebung, die insgesamt etwa 1000 Thlr. ergab

1800-1802
wird das Bet- und Schulhaus durch Entfernung der Decke und der Innenwände in eine Kirche umgewandelt.

1802
Am 8. Juni dieses Jahres erfolgt in der Kirche in feierlicher Form unter Vorsitz des Superintendenten Kleinschmidt und des Justizkommissarius Göcke, beide aus Altena, der Verkauf der Kirchensitze. Der Erlös - fast 4000 Thlr. - machte haupt-sächlich den Bestand des Pfarrfonds aus, dessen Zinsen das Pfarrgehalt bildeten.

1802
Nach erfolgtem Verkauf der Kirchensitze erfolgt Anzeige an die Regierung mit der erneuten Bitte um Regelung der Angelegenheit, da es jetzt nur noch um die Ablösesumme gehe. Gleichzeitig wird der Hoffiskal von der Bercken zu Altena als Vertrauensmann vorgeschlagen.

1803
Am 2. Mai findet in Iserlohn ein Termin zur gütlichen Separation von der Iserlohner Kirchspielskirche statt, bei dem folgende Regelung getroffen wird: Pastor Strauß erhält für seine weitere Amtszeit in Iserlohn die Hälfte der in Evingsen vorkommenden Einnahmen aus Amtshandlungen - mit Ausnahme der Konfirmandengelder - und anstelle des Beichtopfers ein jährliches Fixum. Nach seinem Tode bzw. seiner Amtsniederlegung hat die Evingser Gemeinde einmalig 300 Thlr. zu zahlen, womit dann alle Verpflichtungen aufhörten. Auch die unteren Kirchenbeamten - Subkonrektor, Kantor, Küster, Stadtküster, Totengräber - werden abgefunden. Ferner wird festgelegt, dass die Grenzen der Evingser Kirchengemeinde folgende Bezirke umfassen sollen:

Die Orte Evingsen, Springen, Tüssenberg, Hütte, Nettenscheid, Löttringsen, Löttringser Hagen und Rüssenberg.

Den Höfen Diekgraben, Elfenfohren, Hüingsen, Giebel, Heppingsen, Stotmann, Schulte, Dähnert und Brunscheidt an der Heide, Schwarzpaul und Hültershagen wird freigestellt, eine der beiden Parochien zu wählen.

(Alle Höfe mit Ausnahme von Heppingsen und Hültershagen, entscheiden sich für Evingsen)

1803
Mit dem Schreiben vom 30. August an die Kriegs- und Domänenkammer, die immer noch Bedenken hat, setzt die Gemeinde Evingsen ihre Leistungsfähigkeit so gründlich und überzeugend auseinander, dass die Königliche Regierung nach Verständigung mit der Domänenkammer die Trennung durch ein allerhöchstes Rescript unter dem

12. November 1803
bewilligte und die weitere Regulierung der Sache verordnete. 9)

1803
 Am 27. Dezember dieses bedeutsamen Jahres laden Superintendent Kleinschmidt und Hoffiskal von der Bercken die Deputierten von Evingsen zu einem Termin „behufs Organisation der Gemeinde“ ein. Ein Konsistorium (das erste Presbyterium) wird gewählt, bestehend aus dem Kirchmeister Vorsteher Joh. Kasp. Ledebur, dem Pastoratrendanten Kasp. Leopold Ledebur von Löttringsen, den Armenprovisoren Kasp. Diedr. von der Crone und Kasp. Diedr. Melchers, den Konsistorialen Pet. Rasche sen. und Kasp. Schulte. Der Schullehrer Hinselmann wird zum Vorsänger und Küster bestellt, außerdem soll er eine etwa künftig vorhandene Orgel bedienen. Der Wunsch der Gemeinde wird bekräftigt, den Kandidaten Stute zum Pfarrer zu bekommen, der schon seit zwei Jahren den Gottesdienst an der Gemeinde zur Zufriedenheit besorge.

1804
Am 4. Januar wird der Kandidat Friedrich Georg Caspar Stute aus Soest einstimmig zum ersten Pfarrer der neu errichteten Kirchengemeinde Evingsen gewählt.

1804
22. März Ordination des Kandidaten Stute und Einführung in das Amt durch den Inspektor Prediger Baedecker aus Dahl unter Mitwirkung des Superintendenten Kleinschmidt aus Altena und des Pfarrers Strauß aus Iserlohn.

1804
Anschaffung einer Hausorgel für die Kirche.

1806 - 1807
Die Kriegs- und Domänenkammer zu Hamm verlangt die Einsendung aller Akten und Rechnungen, den Bau des Bethauses betreffend, und weist diese nach Prüfung als mangelhaft und nicht der Form entspre-chend zurück. Der Altenaer Bürgermeister versucht zu vermitteln; die Behörde gibt sich aber erst zufrieden nach Vorlage eines durch den Landbaumeister Pistor im Jahre 1807 erstellten Gutachtens. Dieser beschei-nigt den Evingsern nicht nur solide Arbeit, sondern auch sparsamen Umgang mit den vorhandenen Geldern. Nach den vorliegen-den Rechnungen waren zum Bau der Kirche mit dem darauf befindlichen kleinen Turm, zur Anlegung der Mauer um den Kirchhof und zum Ankauf eines Platzes zur Anlegung des Friedhofes 1801 Thlr., 10 Stüber Frankfurter Cours ausgegeben worden.

 

Geschichtsdaten 1806 - 1849

1806-1813
“Franzosenzeit“: Die Grafschaft Mark und damit auch der Ort Evingsen kommt unter französische Herrschaft zum Großherzogtum Berg. Einrichtung der „Mairie Hemer“.
Alle Personalveränderungen (Geburten, Heiraten usw.) müssen bei dem dortigen Beamten gemeldet werden.
Durch seine abgelegene Lage bleibt das Dorf Evingsen zwar vom Durchzug feindlicher Truppen und von Kampfhandlungen verschont, bekommt aber auf wirtschaftlichem Gebiet die Lasten des Krieges zu fühlen.

1809
6. Juni Vermählung des Pfr. Stute mit Johannette, der Tochter des Evingser Lehrers Hinselmann. Das Ehepaar bekommt bis 1828 zehn Kinder. Eine Tochter stirbt im Alter von knapp 2 Jahren, neun Kinder wachsen heran.

1810
 Pfr. Stute wird eine dauernde Gehaltszulage von 100 Francs aus Staatsmitteln bewilligt.

1814
 Pfr. Stute überträgt nach Abzug der Franzosen alle seit Errichtung der Mairie Hemer dort gemeldeten und im Mairie-Register verzeichneten Personalveränderungen in die Kirchenbücher der Kirchengemeinde Evingsen.

1817
 kauft Pfr. Stute auf Anraten von Freunden in Soest, die ihm dazu eine Summe von 800 Thlr. geliehen hatten, ein altes mit Stroh gedecktes Haus im oberen Teil des Dorfes. (Jetzt Haus der Firma Pleuger / Höttel) Mietwohnungen waren kaum vorhanden. Vorher hatte Stute verschiedene Mietwohnungen gehabt u. a. im Ledeburschen Hause auf dem Löttringsen und im Tüssenberg.

1820
 15. Januar Tod des Lehrers Hinselmann im Alter von 68 Jahren nach 48jähriger Amtszeit. Während der Vakanz fällt der Schulunterricht aus.

1820
 9. September Kaspar Wilh. Krugmann, geb. 1798 zu Meinerzhagen und seit 1817 Lehrer zu Brüninghausen wird als neuer Lehrer in Evingsen eingeführt.

1820
 Der Friedhof in der Dorfmitte wird zum zweiten Mal erweitert. Später wird ein Totengräber eingestellt. Bis dahin hatten die Nachbarn des Gestorbenen jeweils das Grab ausgehoben.

1822
 Verkauf von Gemeindeholz zur Tilgung der Kirchenbauschulden. Die Aktion soll 3000 Taler erbracht haben.

1822
 Der Orgelbauer Nohl in Alpe bei Eckenhagen liefert für 418 Thlr. eine neue Orgel. Außer freier Beköstigung während des Aufstellens wird ihm die alte Orgel überlassen. Die Kosten werden durch freiwillige Beiträge der Gemeinde und zum Teil auch durch auswärtige Sammlungen aufgebracht.

1824
 Da sich das vorhandene Schulhaus mit Lehrerwohnung und Schulzimmer als zu klein erweist und sich darüber hinaus in einem schlechten Zustand befindet, bittet Lehrer Krugmann Verwandte und Freunde aus dem Wuppertal um Hilfe.

Nachdem diese zugesagt haben, den Bau mit 200 Taler zu unterstützen, gerät die Gemeinde in Zugzwang.
Anfang des Jahres wird in unmittelbarer Nähe des alten Schulhauses der Bau eines neuen Gebäudes mit geräumigem Lehrzimmer in Angriff genommen.
Die Gemeinde leistet Hand- und Spanndienste, liefert das Bauholz aus der Waldgemeinde und beauftragt den Bauunternehmer Peter Wilh. Ledebur jr. mit den Bauarbeiten. Bereits am 6. Oktober 1824 kann das neue Schulhaus bezogen werden. (Heute Haus Cantilli, In der Schledde)

1829
Die Gemeinde hat 600 Einwohner; die Anzahl der schulfähigen Kinder beträgt 130. Im Frühjahr und zur Erntezeit ist die Zahl der tatsächlich die Schule besuchenden Kinder jedoch wesentlich geringer.

1829
 Lehrer Krugmann übernimmt die Rendantur der Kirchenkasse und bald darauf auch die der Schulkasse. Beide Kassen verwaltet er über 30 Jahre.

1829
 Wohl zum 25jährigen Jubiläum der Kirchengemeinde verfasst Lehrer Krugmann eine erste Chronik der Kirchengemeinde.

1829
 Pfr. Strauss erlässt Pfr. Stute alles was er ihm an Gebühren schuldet Lt. Vereinbarung von 1803 stehen dem Iserlohner Pfarrer Strauss bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt die Hälfte der Einkünfte aus Amtshandlungen in Evingsen zu.

1831
 Reparaturarbeiten an der Kirche. Anschließend erhält diese einen neuen Innenanstrich.

1832
 Pfarrer Strauß in Iserlohn legt sein Amt nieder.

1834
 2. Januar Im Hause des Gastwirts Berkenhoff in Ihmert wird durch die Presbyter Melchior Diedrich Brunscheidt und Kaspar Diedrich Kaiser die 1803 vereinbarte Ablösesumme von 300 Thlr an Mitglieder des Iserlohner Presbyteriums übergeben.

1835
 Einführung der Provinzial-Agende für Rheinland und Westfalen.

1836
 Evingsen hat 650 Einwohner.

1843
 möchte sich Pfr. Stute nach 39 Dienstjahren pensionieren lassen und bittet wegen Armut der Gemeinde um eine Pension aus Staatsmitteln. Der Antrag wird abgelehnt, so dass er bis zum seinem Tode im Amt bleiben muss.

1845
 Die ev. Kirchengemeinde Evingsen, deren Glocke geborsten war, kauft eine noch brauchbare Glocke der Iserlohner kath. Kirchengemeinde an und verkauft die alte Glocke an diese Gemeinde.

1845
 Die evangelischen Bewohner in Leveringhausen, Bezirk Balve werden der Evingser Gemeinde zugeschlagen.

1848
 1. Februar Pfr. Stute stirbt im Alter von 76 Jahren. Nach seinem Tod gibt es eine längere Vakanz, in der Pfr. Wilsing aus Altena das Presbyterium leitet. Die Gottesdienste werden abwechselnd von verschiedenen Pfarrern der Synode gehalten.

1849
 9. Februar Sonder-Sitzung des Presbyteriums - Übergabe der Kirchenakten und Besprechung

1849
 14. März Der Kandidat Gustav Hüser, geb. am 24.12.1805, aus Isenburg bei Kierspe wird als neuer Pfarrer in Evingsen gewählt

1849
 15. Juni Pfarrer Hüser wird durch Superintendent Hülsmann aus Iserlohn als zweiter Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Evingsen in sein Amt eingeführt. Er verzichtet auf einen Teil seines Gehaltes zugunsten der Witwe seines Vorgängers, die in Evingsen wohnen bleibt.

 

Geschichtsdaten 1850 - 1885

1850
Nach den Plänen von Wegebaumeister Dickmann, Iserlohn, wird ein Pfarrhaus erbaut. Ermöglicht wird der Bau, weil Pfarrer Hüser das Geld dazu vorstreckt. Die Bauausführung erfolgt durch den Evingser Baumeister Wilhelm Schröder, der außerdem das Rutenbecksche Wohnhaus, den „Höttel“ und sein Wohnhaus in der Strolmecke (heute Wilke) errichtet. Es sind die ersten größeren Wohnhäuser im Dorf.

1850
 Die Kirche erhält im Eingangsbereich eine neue Galerie.

1850
 wird das nach den Beschlüssen der Synode von Jülich/Cleve/Berg herausgegebene Gesangbuch „Kern und Mark geistlicher Lieder“ in Evingsen eingeführt.

1855
 Die Kirche erhält einen neuen Anstrich und eine neue Bedielung.

Während der Jahre 1856-1859 wird die Chaussee von Altena nach Westig angelegt, für die Evingsen einen Beitrag von 2500 Taler und außerdem privat noch 700 Taler zahlt.

1857
Wegen Überfüllung des in der Dorfmitte gelegenen Friedhofs wird ein neuer Friedhof oberhalb des Dorfes angelegt und am 13.11.1857 eingeweiht. Die erste Beerdigung findet am 23.11.1857 statt.

1857
 Das Türmchen auf der Kirche wird durch Blitzeinschlag getroffen.

9.4.1860
 Die Witwe des ersten Evingser Pfarrers Stute stirbt im Alter von 82 Jahren an Alterschwäche

1861
 wird wegen Überfüllung des Schullokals ein neues Schulhaus geplant. Für 160 Kinder sind nur 120 Plätze vorhanden, allerdings kommt meist nur die Hälfte zum Unterricht. Schulzwang ist seit Jahren nicht mehr ausgeübt worden. Eine im Regierungsbezirk Arnsberg durchgeführte Kollekte ergibt einen Gesamtertrag von 1226 Talern. Dies reicht für einen Neubau jedoch nicht aus, so dass der Plan zunächst verschoben werden muss.

1862
 wird der Schulunterricht so geregelt, dass die Oberklasse morgens und die untere Klasse am Nachmittag unterrichtet wird.

1865
 erkrankt Pfarrer Hüser. Der Kandidat Wolf aus Altena unterstützt ihn bei seinen Amtsgeschäften.

Am 7.11.1866
 stirbt Pfarrer Hüser an Luftröhren-schwindsucht. Er wird auf dem neuen Friedhof beerdigt, wo sein Grabstein noch heute vorhanden ist. Seine Witwe verlässt mit ihren Kindern Evingsen, bleibt dem Ort aber weiterhin verbunden.

1867
 Die Kirchenfenster werden mit gusseisernen Rahmen und neuem Glas versehen.

12.11.1867
 Der kurz zuvor zum Pfarrer gewählte Kandidat Gottfried Ed. Lohoff aus Rüggeberg wird in Evingsen eingeführt.

1868
 Ein an das Pfarrhaus angrenzendes Grundstück wird für 270 Taler erworben. Dadurch kann der Pfarrgarten vergrößert werden

1869
 Die Gemeinde Evingsen beginnt mit dem Bau eines neuen Schulgebäudes.

1.3.1870
 Die neue Schule mit zwei Klassenzimmern und einer Lehrerwohnung wird eingeweiht (heute Gaststätte „Inne Schledde“). Am gleichen Tage wird Wilhelm Fleischer als zweiter Lehrer angestellt. Er unterrichtet die Knaben, während der inzwischen 72jährige Krugmann die Mädchen behält.

30.3.1870
 Pfarrer Lohoff kündigt sein Amt in Evingsen, da er einen Ruf nach Hochheim am Main erhalten hat.

30.5.1870
 Lehrer Krugmann feiert sein 50jähriges Amtsjubiläum.
Landrat Overweg überreicht ihm vor versammelter Schulgemeinde das allgemeine Ehrenzeichen sowie ein Gratulations-schreiben der Königl. Regierung.
Auch die Gemeinde Evingsen überreicht ein Geschenk.
Krugmann war in diesen Jahren nicht nur Lehrer, sondern auch Organist und – zumindest der Verantwortung nach – Küster.

Über 30 Jahre lang hat er sowohl die Kirchenkasse als auch die Schulkasse verwaltet. Ihm verdankt die Gemeinde Reinschrift und Entwurf der Kirchen-lagerbücher von 1829 und 1864 mit zwei sorgfältig ausgeführten Chroniken.

18.6.1870
Pfarrer Lohoff verlässt Evingsen.

20.7.1870
 Der Kandidat Richard Tigges, Hilfsprediger zu Elberfeld, wird einstimmig zum neuen Pfarrer der Kirchengemeinde Evingsen gewählt und am 31. August 1870 in sein Amt eingeführt.

1870 – 1873
Pfarrer Tigges hält eifrig Bibel- und Missionsstunden und richtet einen Missionsverein ein mit wöchentlichen Pfennigbeiträgen.
Eine Jugend-Bibliothek wird gegründet.
Unterstützt wird er von seiner Frau Clara, die u. a. im Katechisationszimmer des Pfarrhauses erstmals in einer Sonntagsschule etwa 40 Kinder der Gemeinde unterrichtet.

Mai 1871
Es findet eine Kirchenvisitation durch Superintendent Hülsmann in der Ev. Kirchengemeinde Evingsen statt.
Es wird festgestellt, dass die kirchlichen Gebäude sich in einem guten Zustand befinden. Im Kirchengebäude wird jedoch ein Riss festgestellt, der einer technischen Beurteilung unterzogen werden soll.

19.07.1871
Ein Gesuch um Unterstützung bei der Reparatur der Kirche an die Provinzialsynode wird gestellt.

19.07.1870 – 10.05.1871
Nach Beendigung des Deutsch-Französischen Krieges, an dem mehrere Gemeindeglieder teilgenommen und bei dem ein Gemeindeglied gefallen war, wird auf dem Schulhof eine Friedenseiche gepflanzt.

1872
Lehrer Krugmann geht in den Ruhestand. Die bis dahin an das Schulamt angegliederte Küsterei wird abgetrennt und ein selbständiger Küster angestellt.
(1872-1874 Küster Müller,
ab 1874 Küster August Schmale)

02.06.1872
Die derzeitigen Besitzer der Kirchensitze sollen aufgefordert werden, innerhalb einer bestimmten Frist, ihre Sitze näher zu bezeichnen. Andernfalls würden sie an die Kirchengemeinde zurückfallen.

11.12.1873
Auf behördliche Anordnung muss das Armenvermögen der Kirchengemeinde, soweit dessen kirchlicher Ursprung nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte, an die bürgerliche Armenverwaltung übergeben werden. Die kirchliche Armenkasse erleidet dadurch einen Ausfall von über 190 Talern.

28.07.1874
Lehrer Schönfelder erhält sein Anstellungspatent als erster Lehrer an der evangelischen Elementarschule in Evingsen und mit Zustimmung des Synodalassessors
auch als Kantor und Organist bei der ev. Kirchengemeinde Evingsen.

01.08.1874
Die Gemeinde Evingsen erhält ein Standesamt.

1879
Seit diesem Jahr gehört die Gemeinde Evingsen zum Bereich des Amtsgericht Altena. Alle übrigen für Evingsen zuständigen Amtsstellen befinden sich jedoch weiterhin in Hemer bzw. Iserlohn; eine Zwiespältigkeit, die sich hier und da ungünstig auswirkt.

04.04.1875
Presbyterium und Repräsentanten beraten über die Anlage einer Wasserleitung für Schule und Pfarrhaus.


16.06.1878
Pfarrer Tigges, der einen Ruf nach Schwelm erhalten hat, hält in der Evingser Kirche seine Abschiedspredigt.

29.10.1878
Der Kandidat Karl Philipps aus Opherdicke wird als Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Evingsen gewählt. Er tritt sein Amt am 20. Dezember 1878 an.

04.06.1879
Das Presbyterium beschließt die Friedenseiche vom Schulhof auf den alten Friedhof umzusetzen und mit einer Umfriedung zu versehen.
(= heutiger Standort)

September 1879
Trotz mehrfacher größerer Reparaturen an Kirche und Orgel in den letzten Jahren ist das Gebäude inzwischen so baufällig, dass das Presbyterium ein Gutachten des Kreisbaumeisters Scheele einholt. Laut dem in der Sitzung vom 28.9.1879 vorgelegtem Gutachten ist entweder eine Reparatur von mindestens 3550 Mark nötig oder ein Neubau in Angriff zu nehmen. Presbyterium und Repräsentanten beschließen, auf einen Neubau zuzugehen und für 100 Mark nur die schlimmsten Schäden zu beseitigen.

14.03.1880
Eine Vergrößerung des alten Friedhofes wird beschlossen. Das neu hinzugenommene Stück soll mit einer lebendigen Hecke eingefriedet und mit Bäumen bepflanzt werden.

25.11.1880
Es wird ein Termin zum Verkauf von Erbbegräbnissen auf dem neuen Friedhof anberaumt; die Kosten für die Begrenzung sollen den Käufern belastet werden. Zum Ankauf berechtigt sind nur Mitglieder der Ev. Kirchengemeinde Evingsen.

23.02.1881
Der Zimmermann Schröder wird beauftragt, eine Karte von dem neuen, 1857 eingeweihten, Kirchhof anzufertigen.

04.05.1881
Im Presbyterium wird der Beginn des Kirch-Neubaus besprochen und Kreisbaumeister Scheele um ein neuerliches Gutachten gebeten. Es fällt so niederschmetternd aus, dass schon in der Sitzung vom 30. Mai 1881 der Neubau beschlossen wird. Der Gutachter schätzt die Kosten auf 25 000-30 000 Mark.

10.08.1881
Im Visitationsbericht zu der im Abstand von 2-3 Jahren stattfindenden Kirchenvisitation durch den Superintendenten wird die Zahl der Gemeindeglieder mit 1200 angegeben.
Presbyterium und Repräsentanten wird eine gute Arbeit bescheinigt. Der bauliche Zustand des inzwischen 30 Jahre alten Pfarrhauses wird als bestens, das Kirchengebäude jedoch als baufällig bezeichnet. Auf Vorschlag von Superintendent Pickert beschließt das Presbyterium, den Architekten G. A. Fischer aus Barmen mit dem Entwurf eines Neubaus zu beauftragen.

13.11.1881
Der Verkauf von Erbbegräbnissen auf dem neuen Friedhof findet statt. Das Presbyterium setzt die Verkaufsbedingungen, die auch für die Zukunft gelten sollen, in sechs Punkten fest, praktisch eine erste Friedhofssatzung. Festgelegt wird u. a. der Kreis der Nutzungsberechtigten, die Größe der Gräber, der Preis pro Grab (4 Mark). Die Kosten für die Abgrenzungen sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachberechnet werden. Die Veröffentlichung erfolgt durch Abkündigung von der Kanzel.

1881
Die Finanzierung des Kirchenneubaus stellt die Gemeinde vor große Probleme. Einschließlich des Geschenks der Provinzial-Synode steht zunächst nur ein Kapital von 3000 Mark zur Verfügung. Durch die Erhöhung der Kirchensteuer erhofft man sich weitere 6000 Mark. Anträge auf die Genehmigung von Kirchen- und Hauskollekten sollen gestellt werden.

1881
Die Gemeinde erhält von der Provinzial- Synode für den geplanten und inzwischen dringend notwendigen Kirch-Neubau ein Geschenk über 700 Mark.

27.01.1882
Pfarrer Philipps legt Verzeichnisse vor, in denen sämtliche Kirchensitze und deren Eigentümer enthalten sind. Die Listen sollen ausgelegt werden, damit jeder seine Sitze auf seinen Namen umschreiben lassen kann.
Das Kapital für den Kirchneubau ist auf 9300 Mark angewachsen; 18200 Mark sind noch aufzubringen.
Die vorläufige Zahl der Kirchensitze in der neuen Kirche wird auf 320 festgesetzt.
Architekt Fischer legt einen ersten Plan vor.

01.01.1883
In der Sitzung teilt Pfarrer Philipps dem Presbyterium mit, dass er einen Ruf an die Gemeinde Heepen bei Bielefeld angenommen habe und am 12. Februar die Abschiedspredigt zu halten gedenke.
An diesem Tage sollen die diesjährigen Konfirmanden erstmals zum Abendmahl zugelassen werden, nachdem sie 8 Tage vorher konfirmiert und 14 Tage vorher geprüft wurden.

11.02.1883
Letzte Sitzung mit Pfarrer Philipps und Übergabe der Kirchenbücher und -akten.
Pfarrer Klug aus Dahle soll gebeten werden, während der Vakanz alle 14 Tage Gottesdienste zu halten und die Amtshandlungen zu übernehmen.
Erste Einladungen zu Probepredigten werden verschickt.

09.01.1883
Das Presbyterium versucht erneut, die Eigentumsverhältnisse der Kirchensitze zu klären und ausstehende Zinsen einzutreiben.
Die seit 1864 eingetretenen Veränderungen des kirchlichen Vermögens wurden von Pfarrer Philipps während seiner Amtszeit geklärt und zum Zwecke der Umarbeitung des Lagerbuches zusammengestellt.

21.01.1883
Eine Kassenprüfung findet durch eine Kommission unter Vorsitz von Superintendent Pickert statt. Es ergeben sich keine Beanstandungen.
Für die Vakanz wird Pfarrer Thümmel zum Präses des Presbyteriums gewählt.

06.05.1883
Theodor Kupsch aus Drechen bei Hamm, vorher Hilfsprediger in Bochum, hält in Evingsen seine Probepredigt und wird am 23. Mai 1883 vom Presbyterium einstimmig zum neuen Evingser Pfarrer gewählt.

23.05.1883
Lehrer Schönfelder teilt dem Presbyterium mit, dass die Hohe Königliche Regierung ihn angewiesen habe, sich zum 1. Juni des Jahres in Niederschelden für die erste Lehrerstelle zur Verfügung zu stellen.
Da Lehrer Schönfelder in Evingsen nicht nur als Lehrer, sondern auch als Organist angestellt und die hiesige Pfarrstelle vakant ist, erhebt das Presbyterium gegen diese plötzliche Versetzung Protest. Auch der Superintendent Pickert wird informiert.

16.07.1883
Das Königliche Konsistorium hat die Unterlagen zum Kirchen-Neubau überprüft und mahnend darauf hingewiesen, dass zum vorhandenen Kapital noch 17 000 Mark aufzubringen sind.
Das Presbyterium beantragt daraufhin die Genehmigung einer Hauskollekte und bittet um die Befürwortung, ein Gnadengeschenk von seiner Majestät, dem Kaiser zu erbitten.
Zunächst aber will man die Genehmigung für den Neubau unter Einreichung der Baupläne und der Kostenvoranschläge einholen.

25.07.1883
Theodor Kupsch wird durch Superintendent Pickert in der Evingser Kirche ordiniert und in sein Amt als neuer Evingser Pfarrer eingeführt.
Erste und wichtigste Aufgabe des jungen Pfarrers wird die Inangriffnahme des Kirchenbaues unter Fortführung der unter seinem Vorgänger, Pfarrer Philipps, bereits getroffenen vorbereiteten Maßnahmen.
19.8.1883
Die Konfirmandin Henriette Sch. wird, nachdem der Pfarrer dazu die Genehmigung des Konsistoriums erhalten hat, vorzeitig vom Presbyterium geprüft. Die Kenntnisse werden für ausreichend angesehen. Sie soll am kommenden Sonntag im Anschluss an den Hauptgottesdienst konfirmiert werden – wegen Verziehens nach Rußland.
(Ein Beweis, dass aus Evingsen nicht nur zwei Geschwister der Familie V. aus religiösen Gründen mit einer Hemeraner Gruppe nach Russland ausgewandert sind, sondern auch eine komplette Evingser Familie)

02.09.1883
Das Gesuch an Seine Majestät um ein allerhöchstes Gnadengeschenk zur Finanzierung des Kirchen-Neubaus wird in der Presbyter-Sitzung vorgelesen und unterschrieben.

13.09.1883
Es werden Vorschläge des Herrn Architekten Fischer aus Barmen über den Stand der Kirche angehört und vorläufig besprochen.

07.10.1883
Architekt G.A. Fischer legt einen neu ausgearbeiteten Plan zur Kirche vor. Der neue Plan unterscheidet sich dadurch von dem älteren, dass nun der Turm an die Kirche gebaut werden soll und nicht mehr wie im ersten Plan nur über dem Kirchendach hinaus ragen soll. Ferner soll der Turm zur Friedenseiche, also nach Osten hin gerichtet sein. Die Art des Deckengewölbes wird neu festgelegt, die Fenster werden nun gotisch, während sie im alten Plan maurisch gehalten waren. Der neue Plan wird genehmigt.
(Der im ersten Entwurf geplante Dachreiter – wie bei der alten Kirche - wurde von der Baubehörde
wegen des zu starken Drucks des Turmes auf das Kirchendach verworfen)

24.10.1883
Es wird beschlossen, dass der Pfarrer bei einem tot geborenen Kind nicht (mehr) verpflichtet ist, an der Beerdigung teilzunehmen.

05.11.1883
Karl Jüngermann aus Schönebecke, Kreis Altena wird von der Bezirksregierung in Arnsberg in die erste Lehrerstelle in Evingsen eingewiesen, zunächst gegen den Widerstand von Presbyterium und Schulvorstand, die gegen die Einstellung des ihnen völlig unbekannten Lehrers beim Minister für geistliche Angelegenheiten, Herrn von Gossler, in Berlin protestieren. Dies vor allem deshalb, weil mit dieser Stelle das Kantoren- und Organisten-Amt verbunden ist.
Der Einspruch bleibt offensichtlich ohne Erfolg! Lehrer Jüngermann hat von 1883-1892 in Evingsen unterrichtet und in dieser Zeit auch das Organisten-Amt ausgeübt.

16.12.1883
Das Presbyterium beschließt, dass der Küster ab sofort jeweils eine Stunde vor Beginn des Gottesdienstes eine kurze Zeit läuten soll.

20.01.1884
Der 1784 in der Dorfmitte angelegte alte Friedhof soll eingeebnet werden. Um der Planierung des Kirchhofs näher treten zu können, wird eine aus vier Personen bestehende Kommission gebildet, die hierüber einen Plan und einen Kostenvoranschlag vorlegen soll.

05.08.1884
Es wird beschlossen, dass der Pfarrer in Sachen des Kirchbaus eine Reise zum Regierungsrat Laranus in Arnsberg unternehmen soll, um die Regierung für ein Gnadengeschenk willig zu machen. Presbyter Eichbaum soll ihn begleiten.

13.08.1884
Der Besuch in Arnsberg bleibt ohne Erfolg! Infolge zweier Regierungs-Verfügungen und der persönlichen Empfehlung des Regierungsrates beschließt das Presbyterium, von der Petition um ein Gnadengeschenk Abstand zu nehmen, zugleich aber eine Petition an den Oberpräsidenten von Westfalen um eine Hauskollekte in Westfalen zu richten. Der Antrag wird sogleich unterzeichnet.

13.08.1884
Für die oberen Bewohner des Dorfes wird zur Zeit eine Wasserleitung angelegt. Das Presbyterium beschließt, auf Kosten der Kirchenkasse auch in das Pfarrhaus zwei Röhren legen zu lassen.
In der Sitzung vom 27.8.1884 stimmen auch die Repräsentanten zu.

25.01.1885
Der Pfarrer erhält vom Presbyterium die Erlaubnis, bei den in Evingsen, Springen oder Hütte
Wohnenden bei schlechtem Wetter die Beerdigungs-Rede im Hause zu halten.

Januar 1885
Im Jahr 1884 hat es Schwierigkeiten mit dem Einzug der Kirchensteuern gegeben. Die Kirchensteuerliste kam so spät an die Kirchengemeinde zurück, dass die Hebung der Steuern erst im Dezember stattfinden und deshalb u. a. der Pfarrer von Juni bis Dezember 1885 kein Gehalt beziehen konnte. Es werden Vorkehrungen getroffen, um für das Etatjahr 1885/86 eine solche Situation zu vermeiden.

08.02.1885
Presbyterium und Repräsentanten tagen gemeinsam.
Die Durchführung einer Hauskollekte zum Zwecke des Kirchenbaues in den Regierungsbezirken Arnsberg, Münster und Minden wird der Kirchengemeinde gestattet. Aus dem Kreis der anwesenden fünf Presbyter und dreizehn Repräsentanten erklären sich der Pfarrer und zunächst vier Presbyter und fünf Repräsentanten bereit, eine entsprechende Reise anzutreten und sich um das viel Selbstverleugnung erfordernde Geschäft des Einsammelns zu bemühen. Weitere dreizehn Evingser Bürger kommen später noch hinzu, darunter auch die beiden Lehrer Karl Jüngermann und Johannes Kriegeskotten.

15.02.1885
Die Ev. Kirchengemeinde Evingsen schließt mit den sich für die Sammlung gemeldeten Personen einen sehr detaillierten Kontrakt. Danach verpflichten sie sich, in den ihnen von dem Presbyterium angewiesenen Kreisen oder Ämtern der Provinz Westfalen bei den evangelischen Bewohnern eine Haus-Kollekte für den Kirchenbau in Evingsen abzuhalten.
21 Personen, einschl. des Pfarrers haben diesen Vertrag unterzeichnet; tatsächlich gesammelt haben
laut der Aufstellung von Pfarrer Kupsch 17 Evingser Bürger. Die beiden Lehrer scheinen keine
Erlaubnis zu dieser zeitaufwendigen Reise bekommen zu haben. (Reinertrag der Sammlung, die sich bis zum 30.6.1885 hinzog, 9300 Mark)

01.07.1885
Visitation der Ev. Kirchengemeinde Evingsen durch Superintendent Pickert:
Auf Einladung des vollständig versammelten Presbyteriums ist Baumeister Fischer zugegen, der zu den Verhandlungen, den Kirchenbau betreffend, hinzugezogen werden soll.
Nach einem ausführlichen Bericht über den Zustand der Gemeinde und über die bisherige Amtsführung des seit zwei Jahren in Evingsen tätigen Pfarrers kommt man zum wichtigsten Punkt der heutigen Sitzung – dem Kirchenbau.
Dem vorliegenden, am 6.3.1884 unter Nr. 1524 C vom Konsistorium genehmigten Bauplan mit einem Kostenvoranschlag des Architekten über 33 000 Mark, steht eine Bausumme von ca. 16 000 Mark gegenüber zuzüglich der durch Erhöhung der Kirchensteuer eingeplanten Summe von ca. 6000 Mark = insgesamt also 22 000 Mark. Eine weitere Erhöhung des Baukapitals erhofft man sich
durch evtl. weitere Zuschüsse der Behörden und durch die Genehmigung einer weiteren Haus-Kollekte, z.B. im Rheinland.
Man meint sogar, dass die Beihilfe der Behörden angesichts der Notwendigkeit des Neubaus und der Armut der Gemeinde in sicherer Aussicht stehe und da der weitaus größte Teil des erforderlichen Baukapitals als vorhanden angenommen werden kann, so möchte nunmehr der sofortigen Inangriffnahme des Baues aufgrund des genehmigten Bauplans nichts mehr im Wege stehen. Im übrigen dränge die Inangriffnahme des Neubaus auch deshalb, weil die Ortspolizei-Behörde bereits mit Schließung des alten (baufälligen) gottesdienstlichen Gebäudes gedroht habe.
Ermutigt durch den anwesenden Herrn Superintendenten Pickert, beschließt das Presbyterium, Herrn Baumeister, Herrn G. A. Fischer zu ersuchen, die Oberleitung des Baus zu übernehmen. Ferner wird Herr G.A. Fischer ersucht, statt des alten Kirchplatzes ein anderes Grundstück im Osten des Dorfes zu überprüfen. Nach dem einstimmigen Urteil des Presbyteriums erscheint dies aufgrund seiner Lage geeigneter für den Neubau. Voraussetzung ist jedoch, dass der Platz für einen nicht zu teuren Preis zu haben ist. Zunächst wird eine Baukommission, bestehend aus dem Pfarrer, vier Presbytern und zwei Repräsentanten, gewählt. Sie sollen die Wahl des Platzes, die Vorbereitung des Baus, die Ausschreibungen usw. überwachen und hernach auch den Bau selbst beaufsichtigen.

05.07.1885
Presbyterium und Repräsentanten tagen gemeinsam.
Die vom Pfarrer vorgetragene Entscheidung des Presbyteriums, ein anderes Grundstück für den Neubau der Kirche vorzusehen, findet nicht die Zustimmung der Repräsentanten. Da auch die Kosten für den evtl. Ankauf noch nicht feststehen, wird die Entscheidung einstimmig verschoben.

23.08.1885
Das Presbyterium beschließt einstimmig, dass die neue Kirche wiederum auf den alten Platz gestellt werden soll. In der anschließenden gemeinsamen Sitzung von Presbyterium und Repräsentanten wird der Beschluss des Presbyteriums verlesen und mit zwei Gegenstimmen auch von diesem Gremium angenommen

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06.09.1885
Die Gemeinde erhält für den Neubau der Kirche ein Geschenk des Oberkirchenrates und der Provinzial-Synode in Höhe von 3000 Mark

01.11.1885
Der Totengräber wird zur Rede gestellt, weil er die Gräber nicht tief genug gemacht habe. Er verteidigt sich damit, dass der Lohn zu gering wäre. Er wird verpflichtet, die Gräber für Erwachsene 5 Fuß tief und für Kinder 4 Fuß tief auszuheben. Dafür erhält er ab sofort eine höhere Entlohnung.

28.01.1886
Der mit der Leitung des Baus der neuen Kirche beauftragte Architekt G.A. Fischer nimmt an der Sitzung des Presbyteriums teil. Das Honorar für die Bauleitung wird ausgehandelt.

22.02.1886
Submissionstermin am Nachmittag pünktlich um 4 Uhr :
Die eingegangenen Offerten werden geöffnet und ausgewertet. Den Zuschlag für einen Großteil der ausgeschriebenen Gewerke erhält Baumeister Boos aus Iserlohn.

14.03.1886
Die Gemeinde versammelt sich zum letzten Mal in dem 102 Jahre alten Gotteshaus. Es wird Konfirmation gefeiert, 117 Personen nehmen am Abendmahl teil.

30.03.1886
Der Abbruch der alten Kirche beginnt. Die Glocken werden vorübergehend im Garten des Küsters auf einem Gestell aufgehangen Der Turmhahn und die alte Uhr wandern ins Museum nach Altena.
Während der Bauphase finden die Gottesdienste in einem Schulzimmer statt.

06.05.1886
Feierliche Grundsteinlegung für die neue Kirche durch Pfarrer Kupsch unter großer Beteiligung der Gemeinde. Die evangelische Gemeinde Evingsen zählt gegenwärtig 1150 Seelen, darunter 200 schulpflichtige Kinder.

1886
Erstmals lässt sich ein Arzt im Dorf nieder. Dr. Wilhelm Gruß wohnt und praktiziert in der Strolmecke in dem 1871 erbauten Haus von Baumeister Wilhelm Schröder (heute Wilke)

30.10.1886
Der Bau der neuen Kirche schreitet rüstig voran. Das Mauerwerk der Kirche und des Turmes, zu dem Steine aus dem Steinbruch auf der Giebel verwandt wurden, konnte im Laufe des Sommers fertiggestellt werden. Am 30. Oktober werden Kreuz und Kugel auf dem Turm befestigt.

06.11.1886
An diesem Tag erklingen zum ersten Mal die von der ev. Kirchengemeinde Elsey günstig übernommen drei Glocken vom Turm der neu erbauten Kirche. Die kleinste Glocke wird der Gemeinde von Herrn Carl Rasche und seiner Frau geschenkt.

Winter 1886/1887
Wegen der im Herbst 1886 frühzeitig einsetzenden rauen Witterung kann das Turmdach nicht fertiggestellt werden. Erst im Frühjahr können die Arbeiten am Dach fortgeführt werden. Der Innenausbau, an dem in der Hauptsache Evingser Handwerker beteiligt sind, beginnt.
01.05.1887
Der Ärger mit der Arbeit des Totengräbers auf dem Friedhof reißt nicht ab. Pfarrer Kupsch wird vom Presbyterium beauftragt, den Totengräber M. dazu zu bewegen, sein Amt niederzulegen und
Herrn W. mit diesen Arbeiten zu beauftragen.

22.06.1887
Presbyterium und Repräsentanten tagen gemeinsam. Es wird beschlossen, für die neue Kirche eine eine neue Orgel anzuschaffen, da eine Reparatur der alten Orgel, die schon 1883 nach mehrfachen kostspieligen Reparaturen ganz versagt hatte, nicht mehr lohnt. In einer weiteren Sitzung vom 30.06.1887 wird die Firma W. Sauer, Orgelbau, Frankfurt/Oder mit der Lieferung einer neuen Orgel beauftragt.

Sommer 1887
Für die innere Ausschmückung der Kirche sorgt das Ehepaar Carl Rasche. Außer einer Glocke stiften sie die Fenstereinfassungen aus behauenem Sandstein, das runde bunte Fenster über dem Altar, einen prächtigen Altar mit zugehöriger Kanzel und eine stilvolle Chorbank. Entworfen und angefertigt werden diese Ausstattungsstücke vom Bildhauer und Holzschnitzer Franz-Anton Goldkuhle aus Wiedenbrück. Altar- und Kanzelbehänge, Altardecke und Altarteppich werden der Gemeinde ebenfalls geschenkt und zwar von zwei Töchtern des verstorbenen Pfarrers Hüser, von der aus Evingsen stammenden Diakonisse Henriette Kayser und vom Frauenverein in Altena. Die heiligen Gefäße werden neu versilbert bzw. vergoldet, die Kosten werden von einem ehemaligen Evingser Bürger übernommen.

05.09.1887
Anlässlich einer Visitation durch den Superintendenten Pickert teilt Pfarrer Kupsch mit, dass er in diesem Jahr einen Jünglingsverein gegründet habe.

03.10.1887
Feierliche Einweihung der Kirche im Beisein des Herrn Regierungspräsidenten von Rosen durch den Herrn Generalsuperintendenten Dr. Gustav Nebe aus Münster im Beisein zahlreicher Ehrengäste und unter großer Beteiligung der Evingser Gemeinde.

08.11.1887
Der Kontrakt mit dem neuen Totengräber, Herrn W. wird unterzeichnet und übergeben.Gleichzeitig wird der neue Totengräber mit einer neuen Verfügung der Königlichen Regierung, die Friedhöfe betreffend, bekannt gemacht. Das Totenregister wird ihm übergeben und gleichzeitig beschlossen, die von der Firma F. W. Assmann, Lüdenscheid angebotenen Eisenstäbe zur Nummerierung der Grabstätten anzuschaffen.

01.12.1887
Presbyterium und Repräsentanten tagen. Es wird beschlossen, die alte Orgel zu verkaufen. Der Küster August Schmale soll ab 1.1.1888 eine Gehaltserhörung von 50 Mark erhalten, jedoch soll ihm dagegen die sorgfältige Reinigung der neuen Kirche zur Pflicht gemacht werden.
Bei den anschließenden Neuwahlen zum Presbyterium wird der langjährige Presbyter Carl Rasche als Kirchmeister gewählt. Er bleibt in diesem Amt bis zu seinem Tod im Jahr 1903.

04.12.1887
Das Presbyterium beschließt, die Feuerspritze des Ortes in dem Kellerraum unter der Kirche abstellen zu lassen. Eine Vergütung wird nicht verlangt; die Kündigungsfrist beträgt ein halbes Jahr.

Dezember 1887
Seit diesem Jahr gibt es in Evingsen einen Frauenverein. Er wurde von Frau Pastor Kupsch gegründet und arbeitet für die Armen.. Zu Weihnachten 1887 wird erstmals zu diesem Zweck eine Sammlung in der Gemeinde durchgeführt, so dass zu Weihnachten zahlreiche bedürftige Familien beschenkt werden können.

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29.1.1888
Nachdem das hochwohllöbliche Konsistorium das mit dem Küster August Schmale vereinbarte neue Gehalt genehmigt hat, wird dieser im Beisein aller Presbyter feierlich vereidigt.

01.04.1888
Mit Emilie Lammert aus Büderich bei Werl kommt erstmals eine Frau als Lehrerin an die ev. Volksschule in Evingsen. Sie unterrichtet in der neu eingerichteten dritten Klasse und übernimmt zusätzlich den Industrie-Unterricht.

15.04.1888
Es wird beschlossen, von einer Reparatur der alten Kirchenuhr abzusehen und diese dem Museum in Altena zu überlassen.
Gleichzeitig beschließt die Versammlung des Presbyteriums und der Repräsentanten, bei der Firma J. F. Weule in Bockenem eine neue Uhr zu bestellen, die nur alle 8 Tage aufgezogen werden muss. Sie soll die vollen und die halben Stunden schlagen.

08.07.1888
Der Orgelbauer B. Koch aus Barmen erhält den Auftrag, einmal pro Jahr die neue Orgel zu stimmen.

23.09.1888
Die Versammlung von Presbyterium und Repräsentanten nimmt die vom Presbyterium ausgearbeitete Läuteordnung für die neuen Glocken zur Kenntnis und ergänzt sie in einigen Punkten.

23.09.1888
Noch immer haben nicht alle Inhaber der Kirchensitze auf ihr Anrecht Verzicht geleistet. Es wird eine Kommission aus zwei Presbytern und drei Repräsentanten gebildet, die Verhandlungen mit den Kirchensitz-Inhabern führen soll, damit die Sache zum Abschluss kommt.

15.05.1889
Es wird über eine Restforderung in Höhe von 140 M. des Architekten für den Neubau der Kirche, G.A. Fischer, beraten. Es geht um die Pläne für den neuen Altar und die neue Kanzel, nach denen Bildhauer Goldkuhle gearbeitet hat, sowie um die Pläne für die neuen Bänke und zwei Gehäuse für die Orgel. Nach längerer Diskussion werden die Kosten für Pläne und notwendige Reisekosten anerkannt.

18.08.1889
Presbyterium und Repräsentanten tagen gemeinsam. Erster Tagesordnungspunkt ist die noch bestehende Kirchbauschuld in Höhe von 17 850 Mark. Es soll eine Anleihe bei der Sparkasse Altena, die das Geld zu 4 % bei dreimonatiger Kündigungsfrist angeboten hat, aufgenommen werden. Die Versammlung gibt ihre Zustimmung.

21.10.l889
Tagung der Baukommission: Presbyter Carl Rasche legt die Abrechnung der Baukosten mit Ausgaben von insgesamt
58 907 Mark vor. Die Versammlung prüft die Rechnung und überzeugt sich von der Richtigkeit der klaren und übersichtlichen Aufstellung. Herrn Rasche wird für seine umfangreiche und mühevolle Arbeit herzlich gedankt.

16.03.1890
Der Beschluss des Presbyteriums vom 23.2.1890, den Steuerhebesatz für das Jahr 1890/91 von 75 auf 100 % anzuheben, wird von der Behörde genehmigt.

23.09.1890
Pfarrer Kupsch teilt dem Presbyterium mit, dass der Herr Minister
per Erlass vom 18.2.1890 verfügt hat, die Kirchengemeinde für die durch die Freigabe der Kirchensitze entfallenen Einnahmen in Höhe von jährlich 186,60 Mark für den Pfarrfonds durch den Staat zu entschädigen.

14.10.1890
Sitzung des Presbyteriums im Pfarrhaus. Einziger Tagesordnungspunkt: Unterschrift unter eine Eingabe an Seine Majestät (Kaiser Wilhelm II) mit der Bitte um Beihilfe zur Abtragung der Kirchbauschulden.

25.01.1891
Die Provinzial-Synode schenkt der Gemeinde zur Abtragung der Kirchbauschulden die Summe von 1200 Mark.

26.04.1891
Das Presbyterium beschließt, den Konfirmanden besondere Plätze in der Kirche anzuweisen und zwar die ersten drei Bänke vor dem Altar bzw. an der Kanzelseite die zweite und die dritte Bank.

05.08.1891
Anlässlich der alle zwei Jahre stattfindenden Visitation durch den Superintendenten wird erwähnt, dass es eine Jugend-Bibliothek gäbe, die von einem hiesigen Lehrer geleitet wird. Er hat wenig finanzielle Mittel, die Zahl der Bücher zu vergrößern. Das Presbyterium wird versuchen, entsprechende Mittel zu beschaffen.
Auf Nachfrage des Superintendenten Pickert heißt es im Protokoll fermer: Im Hinblick auf den übermäßigen Genuss geistiger Getränke, der in früheren Jahren beklagt wurde, scheint eine Besserung eingetreten zu sein.

30.08.1891
Pfarrer Kupsch setzt das Presbyterium von der Verfügung des Königlichen Konsistoriums vom 19.8.1891 in Kenntnis, dass seine Majestät der Deutsche Kaiser geruht haben, unserer Gemeinde zur Abstoßung ihrer Kirchbauschuld ein Gnadengeschenk von 10 000 Mark zu bewilligen. Dadurch wird die Gemeinde in die Lage versetzt, wenigstens regelmäßig die anfallenden Zinsen der Bauschulden zu zahlen.

06.09.1891
Von verschiedenen Seiten ist die Anschaffung eines Totenwagens
angeregt worden. Die Kosten sollen durch freiwillige Mittel aufgebracht werden. Die Diskussion wird zurückgestellt bis die Frage der Unterbringung des Wagens im Ort geklärt ist.

01.09.1891
Schon nach 10 Tagen ist die vom Kaiser zugesagte Summe bei der Sparkasse Altena eingegangen. Nach Verrechnung der bis zu diesem Tage aufgelaufenen Zinsen verbleibt eine Restschuld von ca. 7000 Mark.

08.11.1891
Der Kirchliche Hilfsverein, an den man sich mit der Bitte um eine Spende zugunsten der bestehenden Volksbibliothek gewandt hatte, überweist für diesen Zweck eine Spende von 50 Mark.
15.08.1892
Ein schwarzer Tag für das Dorf Evingsen!
Am Montag, den 15. August nachmittags gegen 5 Uhr bricht mitten im Dorf ein heftiges Feuer aus, das ,von Hitze und Wind begünstigt, mit erschreckender Geschwindigkeit um sich greift und in wenigen Stunden vier Häuser total in Schutt und Asche legt und weitere schwer beschädigt.
Die Feuerwehren von Dahle, Altena und Rahmede verhindern durch ihr tatkräftiges Eingreifen eine weitere Ausbreitung. Leider gelingt es den Einwohnern nicht, ihre Möbel, Hausgeräte und Kleidung vor dem Feuer zu retten, zum Glück gibt es aber keine Verletzten.


21.08.1892
Das Presbyterium kommt zu einer Sondersitzung zusammen, um das weitere Vorgehen abzustimmen. In aller Eile wird ein Komitee gebildet, dem der Amtmann von der Burke, Pfarrer Kupsch, die Presbyter Rasche und Eichbaum sowie die Herren von der Crone und Uerpmann von der Gemeindevertretung angehören.
Carl Rasche wird zum Rendanten für die Abgebrannten gewählt,
um die eingehenden Hilfslieferungen und Spenden zu koordinieren und Versicherungsfragen zu klären. Insgesamt sind neben etlichen Stallungen neun Wohnhäuser betroffen, in denen sechzehn Evingser Familien wohnten, die nun kurzfristig untergebracht und mit dem Nötigsten versorgt werden müssen.

11.09.1892
Lehrer Theodor Kunze wird zum Organisten berufen anstelle des nach Barmen wechselnden Lehrers Karl Jüngermann.

20.11.1892
Im Fußboden der Kirche ist an der nordöstlichen Seite Hausschwamm festgestellt worden. Der Gutachter Hammann aus Hagen veranschlagt die Kosten für die Beseitigung auf 249 Mark. Baumeister Boos aus Iserlohn soll die Arbeiten entsprechend den Angaben des Gutachters ausführen.

10.12.1893
Es wird beschlossen, ab Palmsonntag 1894 die Gottesdienste mit dem neuen Gesangbuch zu feiern.

09.12.1893
Nachdem der erste Evingser Arzt Dr. Gruß an das Altenaer Johanniter-Krankenhaus gewechselt hat, übernimmt Dr. Albert König die Praxis in Evingsen. Wohnung und Praxis befinden sich weiterhin im Haus von Baumeister Schröder in der Strolmecke.


1894
Der Wiederaufbau der abgebrannten und der stark beschädigten Häuser im Bereich der Gosse und im Kurvenbereich Richtung Gosebruch und Böcke beginnt. Die Gemeinde nutzt die Gelegenheit, die schon länger geplante Verbesserung der öffentlichen Wege im Dorf in Angriff zu nehmen.Vor allem in der Winterzeit war gerade dieses Teilstück kaum passierbar. Um auch eine Verbreiterung des Weges zu erreichen, erhalten die Besitzer von zwei direkt an der Gosse gelegenen Häusern keine Genehmigung zum Wiederaufbau ihrer Häuser an dieser Stelle.
Für sie und später auch für weitere bauwillige Einwohner wird ein neues Baugebiet oberhalb des Dorfes erschlossen.


16.09.1894
Es wird beschlossen, eine Remise bauen zu lassen. Dort soll der noch anzuschaffende Totenwagen untergestellt werden. Der zunächst vorgesehene Ort - das alte Spritzenhaus oberhalb des Dorfes an der Chaussee – entfällt. Die Bausubstanz ist so schlecht, dass sich ein Umbau zur Remise nicht mehr lohnt.

21.04.1895
Nach wie vor belasten die Kirchbauschulden den Haushalt der Kirchengemeinde.Schon im August 1893 hatte das hohe Konsistorium nachgefragt, wie weit die Kirchbauschulden inzwischen abgebaut worden seien. Da hier noch nichts geschehen war, wurden dringend weitere Sparmaßnahmen angemahnt. Notfalls sollte sogar eine nochmalige Erhöhung des Steuerhebesatzes vorgenommen werden, was das Presbyterium aber ablehnte. Nach neuerlicher Anmahnung und nach Eingang mehrerer kleinerer Spenden, beschließt das Presbyterium, die Summe auf 500 Mark aufzurunden und diesen Betrag zur Schuldentilgung bei der Sparkasse einzuzahlen.


21.04.1895
Der langjährige Verwalter der Evingser Kirchenkasse, Rechnungs-rat Langmann kann wegen eines Berufswechsels diese Tätigkeit in Zukunft nicht mehr wahrnehmen. Rendant C. Michel aus Hemer ha sich angeboten, diese Arbeit zu übernehmen. In einem Schreiben werden ihm zunächst die Bedingungen mitgeteilt.

27.10.1895
Pfarrer Kupsch lädt zu einer Versammlung in das Hotel G. Schröder ein, zu der etwa 20-30 Zuhörer erscheinen. Pfarrer Kupsch erläutert sein Vorhaben, einen Männerkreis zu gründen. Die Anwesenden stimmen dem Plan zu und so wird an diesem Abend die Gründung beschlossen. Pfr. Kupsch wird der erste Vorsitzende des Ev. Männer-Vereins zu Evingsen. Schon im Frühjahr 1896 liegen die von der Polizei-Verwaltung in Hemer genehmigten Statuten in gedruckter Form vor, auch ein Siegel wird beschafft. Mit regelmäßigen interessanten Vortragsabenden
wird in den folgenden Jahren das kulturelle Leben in Evingsen bereichert, allerdings nur für die männliche Bevölkerung.

1896
Kaiserin Auguste Viktoria schenkt der ev. Kirchengemeinde Evingsen eine prachtvolle Altarbibel.

Mai  1896
Oberhalb des Dorfes ist ein neues Baugebiet erschlossen worden.
Die ersten Häuser von Bürgern, die ihre 1892 abgebrannten Häuser an der ursprünglichen Stelle zugunsten einer besseren Straßenführung nicht wieder aufbauen durften, sind an dem später „Wilhelmshöhe“ genannten Weg fertiggestellt worden.
Neu gebaut und 1896 ebenfalls fertiggestellt wird dort auch ein repräsentatives Gebäude, in dem für einige Jahrzehnte der jeweilige Arzt praktiziert und mit seiner Familie wohnt.
Für kurze Zeit zieht der seit 1893 in der Strolmecke bei Baumeister Schröder  praktizierende Arzt Dr. Albert König ein, der auch Vorsitzender des damals in Evingsen existierenden Verschönerungsvereins ist. Nachdem Dr. König  am 1.3.1897 Evingsen überraschend in Richtung Erfurt verlässt, versuchen zwei junge Ärzte, Dr. Reinhardt Goldammer und Dr. Max Julius Mielck, in Evingsen Fuß zu fassen, bleiben aber jeweils nur 2-3 Monate. Nachfolger von Dr. König im Doktorhaus wird schließlich ab 11. Sept. 1897  Dr. med. Fritz Kunz.
Bauherr des „Doktorhauses“ ist  vermutlich Carl Rasche; 1907 gehörte es nachweislich seiner Witwe Maria Rasche, geb. Quincke.

06.05.1897
Lehrer Wüste wird das Organisten-Amt übertragen, nachdem er das Organisten-Examen  bestanden und das entsprechende Zeugnis vorgelegt hat.

20. Mai 1898  
Am Nachmittag wird unser Ort von einem schweren Gewitter heimgesucht, das sich mit wolkenbruchartigem Regen und Hagel entlädt. Die plötzlich anschwellenden Wassermassen wälzen sich mit solcher Macht ins Tal, dass nicht nur Straßen und Fußwege durch Lehm und Geröll stark beschädigt, sondern auch Wohnungen und Keller überflutet werden. Das Vieh muss schleunigst aus den überfluteten Ställen herausgeholt und anderweitig untergebracht werden.  Am meisten beschädigt sind die an den abschüssigen Hängen gelegenen Gärten, da die Ackerkrume weggeschwemmt wurde. Auch die schon bestellten Felder bieten einen traurigen Anblick. Große Erträge sind von der  nächsten Ernte wohl nicht zu erwarten.     

26.06.1898
Tagung des Presbyteriums. Es wird beschlossen, im laufenden Jahr eine besondere Kollekte für das diakonische Haus in Witten* zu erheben. Abgelehnt wird der Beitritt zum Verein Kirchengeschichte Mark wegen schlechter Kassenlage.

28.04.1899
Im Kirchenschiff ist Hausschwamm aufgetreten. Das Presbyterium  befürchtet, dass die bedürftige Gemeinde über kurz oder lang vor unvorhergesehenen und unkalkulierbaren Kosten stehen wird. Sie hofft auf Unterstützung durch die  Provinzial-Synode

Mai 1899
Ungenannte Spender haben für die geplante Anschaffung eines Leichenwagens 293 Mark gespendet. 

27.01.1900
In der ersten Sitzung des neuen Jahrhunderts teilt Pfr. Kupsch dem Presbyterium mit, dass die Provinzial-Synode der Gemeinde eine Beihilfe in Höhe von 1300 Mark zur Reduzierung der Kirchbauschulden gewährt hat. Die Restschuld beträgt nun noch 2550 Mark.

1900
Frau Pastor Kupsch gründet für die konfirmierten Mädchen einen Jungfrauenverein, der etwa 25 Mitglieder angehören und  in dem vor allem der Gesang gepflegt wird. Die Pfarrfrau wird ihn 18 Jahre lang leiten.

10.06.1900
Der langjährige Küster August Schmale hat sein Amt zur Verfügung gestellt. In der  Sitzung von Presbyterium und Repräsentanten wird er verabschiedet. In Anerkennung  seiner Verdienste während der 25jährigen Dienstzeit wird ihm neben  einer Urkunde des Konsistoriums ein Geldgeschenk in Höhe von  25 Mark überreicht.
Anschließend wird der neue Küster Friedr. Knipps nach erfolgter Wahl und Ablegung des Amtseides in sein Amt eingeführt.
In dieser Versammlung wird ferner der neue Haushaltsplan  besprochen und die Gelder für notwendige Reparaturen festgelegt. Interessant ist die Feststellung, dass vorerst kein Geld für die Bekämpfung des in der Kirche festgestellten Hausschwammes bereit gestellt werden muss. Nachdem die Oberlichter der Kirchenfenster Tag und Nacht offen waren, ist der Befall stark zurückgegangen. Von einer Reparatur soll deshalb vorerst Abstand genommen werden.

18.11.1900
Die Erweiterung des Friedhofs soll in Angriff genommen werden. Es wird eine Kommission gebildet, der Herr Presbyter Carl Rasche und die Repräsentanten C.D. Winner, Gustav Schröder, Wilhelm Schröder und Wilhelm Voswinkel angehören.

24.03.1901
Einige Bürger der Westiger Straße stellen den Antrag, sich der Kirchengemeinde Altena anschließen zu dürfen. Da nur zwei der Antragsteller Hausbesitzer sind, die vier Mietparteien jederzeit einen Wohnungswechsel vornehmen können, sieht das Presbyterium zur Zeit keinen Handlungsbedarf.
      
02.03.1902
Auf der Tagesordnung der Sitzung von Presbyterium und Repräsentanten steht der Antrag auf  Zustimmung zur Übertragung der Evingser  Waldemey an die politische Gemeinde Evingsen. Unter Leitung des königlichen Regierungsrates Streit haben bereits abschließende Verhandlungen mit allen betroffenen Waldbesitzern stattgefunden, an der auch Presbyter  Carl Rasche teilgenommen und zugestimmt hatte. Es bedarf jedoch noch der heutigen Bestätigung und der Genehmigung durch die Kreis-Synode.  Bei der sogenannten  Waldemey handelt es sich um solche Waldflächen, die bisher gemeinsam von den Waldbesitzern genutzt und bewirtschaftet wurden.   

16.03.1902
In Zukunft werden die Konfirmanden nicht mehr vor dem Presbyterium, sondern vor der versammelten Gemeinde geprüft und am darauffolgenden Sonntag konfirmiert.

15.06.1902
Die Kirchengemeinde kommt um Steuererhöhungen nicht herum.
Um dies für die Bürger etwas sozialverträglich zu gestalten, wird erwogen, die Steuern in Zukunft in drei Raten zu erheben. Die Versammlung ist aber der Meinung, dass der Rendant dadurch zu hoch belastet wird. Man einigt sich darauf, die Steuerhebung an zwei Terminen vorzunehmen und zwar  am 11. August dieses und am 9. Febr. des folgenden Jahres. Die hohe Behörde muss diesen Beschluss allerdings noch genehmigen.

11.06.1902
Evingsen hat 1100 Gemeindeglieder.

15,07.1902
Nach dem Tod seiner Frau hat Küster Knipps sein Amt niedergelegt. Als neuer Küster wird der Kettenschmied Hermann Winkel gewählt  und in der heutigen Sitzung vereidigt.

28.12.1902
Schon seit längerem wird von der Feuerversicherung und von der Provinzial-Synode die Anschaffung eines Blitzableiters für den Kirchturm gefordert. Aus Kostengründen und wegen der noch vorhandenen Kirchbauschulden hat das Presbyterium dies bisher abgelehnt. Nach Erhalt einer Beihilfe wird heute bei einer  Dortmunder Firma die Lieferung und Montage der Anlag in Auftrag gegeben und die Provinzial-Versicherung unverzüglich davon unterrichtet.   . 

1902
Der Arzt Dr. Fritz Kunz verlässt Evingsen.


03.01.1903
Der jüdische Arzt Dr. Martin Zepler, geboren 1862 in Zabrze kommt mit seiner Frau Flora und den Söhnen Hans und Erich nach Evingsen und übernimmt für die kommenden vierundzwanzig Jahre die ärztliche Versorgung der Dorfbevölkerung.
Dr. Zepler war vor der Übersiedlung nach Evingsen aus der israelitischen Gemeinde ausgetreten und hatte sich und seine Familie taufen lassen. 1927 ging er in den Ruhestand. Er verließ  Evingsen am 27.4.1927 und zog nach Berlin-Charlottenburg, wo er 1939 verstarb. Die beiden Söhne emigrierten in die USA bzw. nach Großbritannien. Seine Frau Flora wurde verschleppt.

17.10.1903
Nach längerem Leiden verstirbt kurz vor seinem 69. Geburtstag  der langjährige Kirchmeister Herr Carl Rasche. 38 Jahre gehörte er dem Presbyterium an und hat in diesem und in vielen anderen Ehrenämtern, die er in unserer Gemeinde bekleidete, mit großer Uneigennützigkeit und Gewissenhaftigkeit seines Amtes gewaltet.
Die Gemeinde ist ihm zu großem Dank verpflichtet. 

15.11.1903
Die Löschgruppe Evingsen der  Freiwilligen Feuerwehr wird gegründet. In dieser ersten Zusammenkunft schildert  Ortsvorsteher Eichbaum eindringlich  die Notwendigkeit einer Feuerwehr für unser Dorf. Sorgen bereitet noch die Beschaffung der Ausrüstung.

06.12.1903
Bei der routinemäßigen Umwahl des Presbyteriums wird als Nachfolger von Carl Rasche der Kaufmann  Wilhelm Voswinkel zum neuen Kirchmeister gewählt.

10.01.1904
Das Presbyterium erinnert an die Einführung des ersten Pfarrers  in Evingsen und beschließt, das 100 jährige Jubiläum am 20. März mit einem Festgottesdienst am Vormittag und mit einer Gemeindefeier am Nachmittag zu begehen. Pfarrer Kupsch wird der Gemeinde Kenntnis von diesem Vorhaben geben und eine Denkschrift verfassen.   

28.02.1904
Das Presbyterium beschließt, mehrere brandgeschädigte Familien, deren Kinder Palmsonntag konfirmiert werden sollen, aus der kirchlichen Armenkasse zu unterstützen.

28.02.1904
Für das bevorstehende Jubiläum wird ein Festkomitee gewählt, bestehend aus den Herren Pfr. Kupsch, Kirchmeister Voswinkel und den Ältesten Rutenbeck und Kaiser.  Es soll ein Programm erstellt werden.  

Sonntag 20.03.1904
Ein großer Tag für die Ev. Kirchengemeinde Evingsen! Festliches  Geläut mit allen Glocken am Vorabend und in der Frühe, strahlender Sonnenschein, ein Dorf im Flaggenschmuck aus Anlass des hundertjährigen Bestehens der evangelischen Kirchengemeinde Evingsen. Am 22.3.1804 war der erste Pfarrer Stute aus Soest in Evingsen eingeführt worden. In der, bis auf den letzten Platz besetzten Kirche  predigt als Überraschung für die Gemeinde der frühere Gemeindepfarrer Philipps, jetzt in Heepen bei Bielefeld. Auch der frühere Pfarrer Lohoff, jetzt Pfarrer in Rödelheim bei Frankfurt, ist zu diesem Festtag angereist. 
Am Nachmittag versammelt sich die Festgemeinde im schön geschmückten Saal der Kayserschen Wirtschaft, wo Pfarrer Kupsch viele Ehrengäste begrüßt: Superintendent Pickert, Amtmann Trump, Pfr. Fromme von der Muttergemeinde in Iserlohn, Vertreter der Nachbargemeinden, Familie Gustav Rasche aus Iserlohn, die silberne Altarleuchter schenkt. Während der Versammlung geht eine Liste herum zur Eintragung in  einen Fonds, aus dem eine eiserne Umzäunung zur Verschönerung  des Kirchengeländes angeschafft werden soll. Die von Pfarrer Kupsch zum heutigen Tag verfasste Festschrift über das Entstehen der Kirchengemeinde findet guten Absatz.

Dezember 1904
Seit  Advent 1904 hält Pfarrer Kupsch alle 14 Tage im Anschluss an den Hauptgottesdienst einen Kindergottesdienst ab, der von etwa 60  Kindern besucht wird.

07.02.1905
In der Gaststätte Pleuger wird die Abteilung Evingsen des  sauerländischen Gebirgsvereins gegründet. Erster Vorsitzender  wird Dr. Martin Zepler.

0904.1905
Die neue Umzäunung, für die beim einhundertjährigen Jubiläum im Vorjahr gesammelt wurde, wird  bei Schlossermeister  Ernst Borbeck in  Werdohl bestellt. Die Fertigstellung soll bis zum 31. Mai 1905 erfolgen.



1905
entschließen sich Albert Ossenberg aus Dahle, Heinrich Vogt aus Ihmert, Rektor Twittenhoff aus Altena sowie die Evingser Friedrich Kordt und das Ehepaar Dahmen zur Gründung eines Blaukreuz-Vereins in Evingsen. Zuvor hatten sie schon einige Jahre an den Veranstaltungen in Altena teilgenommen. Bis heute entfaltet der Verein eine segensreiche Tätigkeit unter Suchtkranken des Dorfes.

10.12.1905
Pastor Niedermöller aus Dahle hält einen Vortrag über den in seiner Gemeinde existierenden Bau-Verein, der auf großes Interesse bei den Evingser Bürgen stößt.

19.12.1905
Bereits neun Tage später findet auf Wunsch vieler Bürger in einer  Sitzung unter Leitung von Pastor Niedermöller auch in unserer Gemeinde die Gründung eines Gemeinnützigen Bauvereins statt.  Erster Vorsitzender wird Pastor Kupsch. Innerhalb weniger Wochen  hat er bereits 68 Mitglieder. In den ersten zehn Jahren werden sechzehn Häuser mit zusammen zweiunddreißig  Wohnungen fertiggestellt.

21.01.1906
Das Presbyterium erwägt, einen Teil der Pastoratswiese, Flur 19/100II in einer Größe von ca. 30 Ruthen (1 Ruthe = ca. 21 qm) zum Preis von 10 Mark je Ruthe für Wohnbebauung zu verkaufen. Falls die Verkaufsverhandlungen scheitern, soll die Wiese verpachtet werden.

11.03.1906
Sitzung des Presbyteriums. Es wird beschlossen, einen Teil des Kirchplatzes mit Blumen und Grün zu schmücken und den unteren Teil des Kirchplatzes in der Nähe der Konfirmandenstube durch einen Drahtzaun abzutrennen.

01.04.1906
Pfarrer Kupsch teilt mit, dass das königliche Konsistorium und die Prov.-Synode aufgrund entsprechender Anträge der Kirchengemeinde Zuschüsse für die geplanten Arbeiten am Kirchplatz überwiesen haben. Außerdem erhielt die Gemeinde vom Konsistorium zur Tilgung der immer noch bestehenden Kirchbauschuld die Summe von 250 Mark. Die Behörde erwartet Bericht über den Fortschritt der geplanten Arbeiten.

13.05.1906
Pfarrer Kupsch hat die zwischen 1900 und 1906 eingetretenen Vermögensänderungen sowie die Veränderungen im baulichen Bereich im Lagerbuch nachgetragen. Das Presbyterium genehmigt die neuen Zahlen.
Ferner wird beschlossen, dem Fuhrmann, der bei Beerdigungen den Totenwagen fährt, in Zukunft dafür jeweils vier statt bisher drei Mark zu zahlen. Bei Einwohnern, die aus der ev. Landeskirche ausgetreten sind, entfällt das Totenläuten.

09.1906
Evingsen hat 1000 Einwohner.

23.12.1906
Laut Beschluss des Presbyteriums erhalten neun bedürftige Personen aus der Gemeinde eine Beihilfe von je 10 Mark aus der Armenkasse.

Ende 1906
Der vor einem Jahr gegründete Bauverein hat die ersten sechs Wohnhäuser fertiggestellt; für 1907 sind sieben weitere geplant.

Ostern 1907
Die bisher dreiklassige Schule wird in eine vierklassige Schule umgewandelt.

02.06.1907
Presbyterium und Repräsentanten tagen gemeinsam und besprechen die finanzielle Lage. Zur Deckung des Fehlbetrages im laufenden Haushalt wird eine Sonderumlage bei der Kirchensteuer beschlossen. Die Veröffentlichung soll durch Abkündigung von der Kanzel erfolgen.
Gleichzeitig trennt man sich von einer alten Sitte, die für nicht mehr zeitgemäß gehalten wird: Die bisher zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten von der Gemeinde an den Pfarrer zu überreichende Opfergabe wird abgeschafft und der Gegenwert in Zukunft auf das normale Gehalt umgelegt.

Juni 1907
Am Montagabend bricht im Springen bei Evingsen in der Fabrik des Herrn F. Dönneweg Feuer aus. Es greift mit so großer Heftigkeit um sich, dass trotz des Einsatzes der Evingser Feuerwehr das ganze Gebäude in Flammen steht und schließlich nur das Kesselhaus gerettet werden kann.

28.07.1907
Gustav Ossenberg wird als neuer Küster in sein Amt eingeführt und vereidigt.

10.11.1907
Durch Versetzung des Lehrers Wüste ist die Organisten-Stelle vakant. Das Presbyterium beschließt, das Amt dem Nachfolger zu übertragen.

06.04.1908
Der Schulvorstand beschließt, auf den Bau eines neuen, .vierklassigen Schulgebäudes zuzugehen wegen ständig wachsender Schülerzahlen.

23.05.1908
Die seit 1884 bestehende Wassergenossenschaft Giebelquelle wird aufgelöst, um die Übertragung des gesamten genossenschaftlichen Vermögens in die neu zu gründende Gesellschaft „Wasserwerk Giebelquelle GmbH“ zu ermöglichen.

25.08.1908
Pfarrer Kupsch feiert sein 25jähriges Amtsjubiläum. Im feierlichen Gottesdienst predigt er über 2. Kor. 4-7. Vor dem festlich bekränzten Pfarrhaus bringt der Gesangverein ein Ständchen, der Turnverein überreicht ein Ehrendiplom und führt einen Fackelreigen vor. Während der Nachfeier im Kayserschen Saal gibt Kirchmeister Voswinkel bekannt, dass die Gemeinde als Geschenk für den Pfarrer eine Holzveranda ans Pfarrhaus anbauen wolle.
 
18.10.1908
Das Presbyterium beschließt, dem neuen Lehrer Wilhelm Reff das Organisten-Amt zu übertragen. Er wird dieses Amt bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1930 ausüben.

Ende 1908
Die Gemeinde Evingsen wird an das kommunale Elektrizitätswerk „Mark“ in Hagen angeschlossen; dadurch wird dem Dorf manche Annehmlichkeit verschafft. Die Fabriken arbeiten nun zum Teil schon mit elektrischen Antrieben, Weihnachten 1908 erleuchtet das elektrische Licht die Straßen. Wegen der Beleuchtung des Pfarrhauses muss noch am 24.12.1908 eine Sondersitzung von Presbyterium und Repräsentanten einberufen werden, da man sich über die Kostenverteilung zwischen Pfarrer und Kirchengemeinde nicht einig ist. Natürlich wurde der Fall vertagt, es waren nur fünf der insgesamt etwa fünfunddreißig Mitglieder beider Gremien erschienen.

14.03.1909
Die Holzverkleidungen des Konfirmanden-Zimmers sollen gestrichen, die Wände neu verputzt und geweißelt werden.

28.03.1909
Die neue Veranda für das Pfarrhaus ist von Tischlermeister Joh. Schröter fertiggestellt worden. Doch um den Preis gibt es Ärger. Statt der im Kostenvoranschlag genannten Summe von 500 Mark beträgt die Rechnung nun 785,45 Mark. Das Presbyterium bittet Meister Schröter in der Sitzung um Erläuterungen zu seiner Rechnung. Seine Argumente scheinen schlüssig gewesen zu sein: Die Mehrkosten werden bezahlt.

1909
Nach Einstellung einer vierten Lehrkraft fehlt in der alten Schule ein Lehrerzimmer. Bis zur Fertigstellung der neuen Schule wird deshalb ab sofort eine Klasse im Konfirmandenzimmer unter der Kirche unterrichtet.

17.06.1909
Der Küster Ossenberg beantragt die Erhöhung seines jährlichen Gehaltes. Das Presbyterium stimmt dem nur unter Vorbehalt zu, da auch die Repräsentanten einverstanden sein müssen. Es verlangt jedoch im Gegenzug die Übernahme weiterer kleinerer Arbeiten an der Kirche.

20.06.1909
Im Haushaltsplan wird auch in diesem Jahr ein Fehlbetrag festgestellt. Presbyterium und Repräsentanten diskutieren über entsprechende Maßnahmen, die aber noch nicht ergriffen werden. Man hofft, bis Februar 1910 den Etat ausgleichen zu können. Dafür wird aber am Ende des Protokolls darauf hingewiesen, dass falls bei Trauungen Orgelspiel gewünscht wird, dem Küster 50 Pfennig für das Blasebalgtreten zu zahlen sind.

26.10.1909
Der Bau einer neuen vierklassigen Schule wird endgültig beschlossen.
Die Pläne des Baus stammen von Amtsbaumeister Bluhme aus Hemer. Veranschlagt werden Baukosten in Höhe von 47 000 Mark zuzüglich 2000 Mark Grunderwerbskosten. Ein Drittel der Kosten übernimmt der Staat.

05.12.1909
130 Mark werden bereit gestellt, um zu Weihnachten an Bedürftige des Dorfes verteilt zu werden.

29.05.1910
Die immer noch bestehende Deckungslücke im Haushalt soll durch Erhebung einer in zwei Raten zu zahlenden Sonderumlage geschlossen werden. Außerdem wird der Preis für den Erwerb eines Grabes auf dem neuen Friedhof auf 5 Mark festgesetzt.

19.06.1910
Das Presbyterium beabsichtigt, eine Läute-Vorrichtung der Firma Schilling aus Apolda zu erwerben. Damit soll es möglich sein, dass die Glocken nur von einer Person geläutet werden können. Kostenpunkt: 700 Mark. Es sollen erst noch weitere Erkundigungen eingeholt werden.

18.08.1910
Der Grundstein zum Bau der evangelischen Gemeindeschule in Evingsen wird gelegt. Zu diesem Zeitpunkt ist der Rohbau schon bis zur halben Höhe angewachsen. In der eingemauerten Urkunde ist u. a. folgendes vermerkt:
Die Schule wird besucht von 124 Knaben und 101 Mädchen. Klassenstärke: 38, 42, 76, 69 Kinder.
Landrat ist Herr Nauck, Amtmann Herr Trump, Gemeindevorsteher Herr Wilh. Voswinkel, Kreisschulinspektor Herr Pfarrer Jansen aus Fröndenberg, Ortsschulinspektor Herr Pfarrer Kupsch.

05.12.1910
Am gestrigen 2. Advent fand eine Kirchenvisitation durch den Superintendenten statt, erstmals in einer neuen Form, was der Gemeinde vorab durch Abkündigung von der Kanzel bekannt gegeben worden war. Die Visitation beginnt mit einem Gottesdienst, in dem Superintendent Pake aus Hemer die Predigt hält, anschließend erfolgt eine Unterrichtsstunde mit den Konfirmanden, die vollzählig erschienen sind, sich als gut unterwiesen zeigen und mit gutem Verstand antworten. Sie werden mit ermutigenden Worten vom Superintendenten entlassen. Nachmittags findet eine Gemeindeversammlung statt, in der vom Synodal-Vorstand eine biblische Ansprache gehalten wird. Lehrer Reff spricht über das Thema „Schule und Elternhaus“, Pfarrer Kupsch hält einen längeren Vortrag über „Luther im Kreise seiner Familie“. Der Jungfrauenverein verschönt den Nachmittag mit dem Vortrag einiger Gedichte. Aber wie bei früheren Visitationen wird dann auch die Situation der Gemeinde in allen Einzelheiten beleuchtet und besprochen.
Es geht zwar aus dem Protokoll nicht hervor, vermutlich fand dieser Teil der Veranstaltung aber „im kleinen Kreis“ statt  = Superintendent, Synodal-Vorstand und Presbyterium.

18.12.1910
Das Armengeld wird verteilt. 15 Personen erhalten je 8 Mark.

1911
Wegen des höheren Geschäftsaufkommens wird die bisherige Postagentur in ein Postamt Nr. 3 umgewandelt.

09.02.1911
Pfarrer Kupsch teilt der Versammlung von Presbyterium und Repräsentanten mit, dass der bisherige Rendant der Amtskasse, der auch die Kirchen- und Pfarrkasse unserer Kirchengemeinde verwaltet, sein Amt zum 1. Mai 1911 niederlegen wird und der bisherige Kassen-Assistent Steffen in Hemer zu seinem Nachfolger gewählt worden sei. Die Versammlung beschließt daher, ebenfalls dem Herrn Steffen die Verwaltung der Evingser Kassen zu übertragen, unter der Voraussetzung, dass die bisherige Vergütung von jährlich 135 Mark bestehen bleibt.

02.04.1911
Vor versammelter Gemeinde und in Anwesenheit des Presbyteriums findet die Prüfung der 31 Konfirmanden statt. Die Presbyter sprechen sich dafür aus, dass alle am Palm-Sonntag feierlich eingesegnet werden sollen.
Dann wird ein Unterstützungs-Gesuch an die Prov.-Synode für notwendige Reparaturarbeiten am Pfarrhaus vorgelesen und unterschrieben.

21.05.1911
Laut Beschluss des Presbyteriums soll von einer elektrischen Beleuchtung der Kirche vorerst Abstand genommen werden.

02.07.1911
Der Steuersatz wird erhöht, um die immer noch bestehende Deckungslücke in Höhe von 1680,80 Mark auszugleichen. Bekanntmachung durch Abkündigung von der Kanzel.

16.08.1911
Der Schulneubau ist vollendet und wird feierlich eingeweiht. Die Festrede hält der Ortsschulinspektor Pfarrer Kupsch. Die Schule erhält nicht nur elektrisches Licht und eine moderne Heizung, sondern ist auch an eine 1910 neu gelegte Wasserleitung angeschlossen. Dadurch ist es möglich, in der Schule für die Schulkinder eine Badeeinrichtung einzubauen, die auch für die Einwohner freigegeben werden soll. Die Maurer-, Zimmerer- und Tischlerarbeiten wurden von der Firma Gebr. Hahn, Altena ausgeführt.

09.09.1911
Am diesem Tag wird zum ersten Mal in der neuen Schule gebadet – Schulkinder und auch Erwachsene.

30.09.1911
Morgens um 10 Uhr steht Kaysers Haus (Gastwirtschaft Kayser, später Evingser Hof) in Flammen und brennt vollständig nieder. Das Feuer greift mit großer Schnelligkeit um sich. Viele Bewohner des Ortes beteiligen sich an den Rettungs- und Löscharbeiten, trotzdem sind viele Sachen verbrannt. Erst das Regenwetter des nächsten Tages bringt das Feuer zum Erlöschen.

November 1911
Der Klang des Posthorns, das bisher die Ankunft der sogenannten Karriolpost ankündigte, verstummt für immer, denn durch die Bemühungen des Pfarrers Niemeyer, Dahle, übernimmt ab sofort ein geräumiger Automobil-Bus mit 25 Sitzplätzen den Personenverkehr zwischen Altena, Evingsen und Dahle. Leider sind die Wagen nicht sehr zuverlässig. Die Motoren versagen unterwegs oft ihren Dienst, so dass die Reisenden einen Teil des Weges laufen müssen. Immer wieder gibt es langandauernde Reparaturen, so dass der Postzuschuss schließlich gestrichen wird und die Gesellschaft l914 aufgeben muss.

10.12.1911
In der Sitzung von Repräsentanten und  Presbyterium wird beschlossen, die Kirchenglocken durch die Firma Schilling, Apolda, so neu hängen zu lassen, dass sie in Zukunft von einer Person geläutet werden können. Der angebotene Preis konnte herunter gehandelt werden und beträgt nun 600 Mark.

24.12.1911
Sitzung des Presbyteriums. 130 Mark werden an Arme verteilt.
Die Prov.-Synode hat zur Reparatur des Pfarrhauses 400 Mark zur Verfügung gestellt.

 

 

01.01.1912
Otto Kayser wird Bürgermeister der Landgemeinde Evingsen, er löst Wilhelm Voswinkel ab.

10.01.1912
Der junge Dr. jur. Rutenbeck von hier besteht in Berlin sein Assessor-Examen. Er ist der erste Evingser, der Rechtsanwalt wird, in Altena eine Kanzlei eröffnet, aber auch in Evingsen regelmäßig Sprechstunden abhält.

07.04.1912
Der vor ca. einem Jahr gegründete Kirchenchor löst sich auf. Zuvor singt er im Oster-Gottesdienst.

27.05.1912
Ernst Ossenberg-Möhling aus Dahle, Mitglied des Blau-Kreuz-Vereins, gründet in der alten Schule eine Sonntags-Schule für Schulkinder.

02.06.1912
Das Luftschiff „Katharina Luise“ fliegt  über Iserlohn. Viele Evingser sehen sich das Schauspiel an.

14/15.07.1912
Evingsen feiert Schützenfest.
Am 15.07. nachts um 2 1/2 Uhr brennt der Inkel im Dorf ab. Die vier betroffenen Mietparteien finden Wohnungen in der Nähe. Für die unverheiratete Caroline Kayser, die schon beim Dorfbrand 1892 ihr Hab und Gut verloren hatte, wird in der Gemeinde eine Sammlung abgehalten.

07.07.1912
Das Presbyterium stellt die Summe von 200 Mark bereit für die Anlage einer elektrischen Beleuchtung in der Kirche.

August 1912
Für den Kreis Iserlohn wird eine weltliche Kreis-Schul-Inspektion gegründet. Bisher hat ein Pfarrer das Amt nebenamtlich verwaltet.

1912
Die 3. Lehrerstelle, die bereits seit 1888 mit einer Lehrerin besetzt ist, wird endgültig in eine Lehrerinnen-Stelle umgewandelt – vermutlich aus finanziellen Gründen.

19.10.1912
Nachdem schon vor einiger Zeit die Kirche von Maurermeister Radix neu verputzt worden war, erfolgt in dieser Zeit ein neuer Anstrich der Wände, der Bänke und aller Holzverkleidungen durch Malermeister Voss aus Hemer.

09.12.1912
Der im Vorjahr abgebrannte Kaysersche Saal ist wieder aufgebaut. Gastwirt Kayser weiht seinen neuen Saal mit einem großen Abendessen ein.
 
1913, Statistik
Evingsen hat 1205 Einwohner.
Vieh haltende Haushaltungen: 200
An Vieh wurde gezählt: 27 Pferde, 162 Stück Rindvieh, 205 Schweine 324 Ziegen.

02.01.1913
Versammlung des Frauenvereins bei Kayser. Es wird beschlossen, sich der Westf. Frauenhilfe anzuschließen.

13.01.1913
Ein eineinhalb Jahre alter Junge, der sich an einer Kaffeekanne innerlich verbrüht hatte, wird begraben.

07/08.03.1913
In der Nacht auf den 8. März brennt die Fabrik der Brüder vom Braucke ab. Sie ist zwar versichert, aber der Schaden ist dennoch groß.

09.03.1913
Festgottesdienst zur 100jährigen Erinnerung an die Erhebung gegen Napoleon. Die Kinder der Oberklasse singen. Der Kriegerverein tritt geschlossen an.

10.03.1913
Der frühere Evingser Pfarrer Eduard Lohoff (1867-1870) stirbt im Alter von 75 Jahren in Schlierstein/Hessen.

19.03.1913
Das Haus Mayweg auf dem Nettenscheid brennt ab.

06.04.1913
Superintendent Pake stirbt auf den Weg zur Konferenz. Die dort anwesenden Pfarrer besprechen die Beerdigungsfeierlichkeiten, die am 14. April in Hemer stattfinden werden.

Juni 1913
Nach zahlreichen Besprechungen in den vergangenen Wochen wird bei einer Versammlung im Juni 1913 die drohende Auflösung der Evingser Feuerwehr abgewendet. Die Mehrzahl der Kameraden will die Wehr erhalten, notfalls durch die Bildung einer Pflichtfeuerwehr.

04.06.1913
Ein starkes Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen richtet großen Schaden an.

06.07.1913
Der Jünglingsverein wird aufgelöst, da die Jugendlichen fernbleiben.

06.07.1913
Pfarrer Richard Tigges, Pfarrer in Evingsen von 1870 – 1878, stirbt im Alter von 72 Jahren in Schwelm.

23.08.1913
In Baden-Baden, wo er zur Kur weilte, stirbt im Alter von 74 Jahren Wilhelm Kollmann, Geheimer Kommerzienrat. Er war ein Schwiegersohn des früheren Evingser Pfarrers Hüser und ein Wohltäter der Evingser Gemeinde.

28.09.1913
Der neu gewählte Superintendent Winkelmann wird in Elsey im Beisein des Landrats in sein Amt eingeführt. Pfarrer Kupsch und Kirchmeister Voswinkel sind anwesend.

28.09.1913
Das Blaukreuz-Fest wird nachmittags im Kayserschen Saal mit mehreren Festrednern gefeiert.

4./5.10.1913
Die Gemeinde feiert das Jubiläum der Erhebung gegen Frankreich. Alle Vereine – mit Ausnahme des Blaukreuz-Vereins – nehmen daran teil. Am 4. Oktober abends findet ein Fackelzug statt. Am 5. Oktober wird von Pfarrer Kupsch der Denkstein im Dorf, das Geschenk eines edlen Wohltäters, eingeweiht, dann findet eine festliche Versammlung bei Kayser statt.

30.11.1913
An diesem 1. Advent findet im Kindergottesdienst mit Pfarrer Kupsch eine kleine Bescherung statt. Nachmittags feiert die Pfarrfrau mit den Kindern.

01.01.1914
Die bisher zu den Repräsentanten gehörenden, am 30.November 1913 zu Presbyter gewählten Herren Julius Schenke und Fritz Weber werden in ihr neues Amt eingeführt. Die ausgeschiedenen Diakone Werl und Aßhauer wechseln zu den Repräsentanten.

06.02.1914
In Iserlohn stirbt der ehemalige Superintendent Pickert im Alter von 82 Jahren. Während der Kirchbauzeit hat er sich sehr für unsre Gemeinde eingesetzt.

08.02.1914
Neue Wege in der Jugendarbeit, die leider durch den kurz darauf ausbrechenden ersten Weltkrieg nicht weitergeführt werden können:
Die Ortskommission für Jugendpflege veranstaltet im Kayserschen Saal einen Lichtbildervortrag für die schulentlassene Jugend im Alter von 14-17 Jahren, Referent ist Herr Ufermann aus Altena. Von Erwachsenen wird ein Eintrittsgeld vom 15 Pfennig erhoben, während die Jugendlichen freien Eintritt haben. Einladung dazu im Altenaer Kreisblatt vom 5.2.1914!

26./27.03.1914
Vorstands- und General-Versammlung: Die Automobil-Gesellschaft (Personenverkehr zwischen Altena und Evingsen/Dahle) löst sich auf. 25 Prozent der Einzahlungen werden ausgezahlt. Drei Autos gehen an Graf, von der Crone und Wortmann.

15.04.1914
Der Zeppelin kommt von Altena her und überfliegt am Morgen Evingsen.

29.06.1914
Auf der Burg Altena wird die erste ständige Jugendherberge eröffnet. Neben seiner Tätigkeit als Lehrer fungiert Richard Schirrmann, der mit seiner Familie dort eine Wohnung hat, als erster Herbergsvater.

02.07.1914
Elf Jahre nach ihrem Gatten, dem langjährigen Kirchmeister, stirbt Frau Carl Rasche, Maria geb. Quinke im Alter von 80 Jahren. Sie hinterlässt der Kirchengemeinde die Summe von 3000 Mark, ebenso viel der Schulgemeinde.

01.08.1914
Abends gegen 6 Uhr wird die allgemeine Mobilmachung angeordnet. Der erste Weltkrieg beginnt.

Helga Mosch

Diese Zusammenstellung der geschichtlichen Daten erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollte jemand andere Kenntnisse haben oder weitergehende Hinweise geben können, bitten wir um Meldung. Überdies sind die Nachweise für einzelne Fakten bei der Kirchengemeinde einsehbar.


 

 

 

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Telefax:    97 33 57
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Mi 14 bis 17 Uhr


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